Wiener Schulen: Kriminalität steigt, Suspendierungen sinken

In einer parlamentarischen Anfrage deckt Hannes Amesbauer (FPÖ) alarmierende Zahlen über die Kriminalität an Wiener Schulen auf. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sieht sich massiver Kritik gegenüber, da die Kriminalfälle von 2021 bis 2023 drastisch gestiegen sind. Dennoch sind im vergangenen Schuljahr 2023/24 die schulischen Suspendierungen in Wien um über 7 % zurückgegangen. Dies wird von Christoph Wiederkehr (NEOS) als Erfolg des im Vorjahr eingeführten Gewaltschutzpakets gewertet.

Redaktion

Steigende Kriminalität schockiert

Die Kriminalität an Wiener Schulen ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Laut den von Innenminister Karner vorgelegten Zahlen haben sich die Vorfälle von 962 im Jahr 2021 auf 1.932 im Jahr 2023 mehr als verdoppelt. Besonders beunruhigend ist die Zunahme von Gewaltverbrechen, Diebstählen und Drohungen, die die Schulen immer mehr zu einem unsicheren Ort machen.

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Crime-Hotspot Favoriten

Die Zahlen belegen eine besorgniserregende Zunahme von Körperverletzungen, die von 2021 bis 2023 deutlich angestiegen sind. In Favoriten, einem der am stärksten betroffenen Bezirke, stieg die Anzahl der Körperverletzungen von 31 auf 81 Fälle.

Ausländeranteil unter Tatverdächtigen steigt

Besonders brisant sind die Daten zu den Nationalitäten der Tatverdächtigen. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger ist von 221 im Jahr 2021 auf 704 im Jahr 2023 gestiegen. Kritiker wie Amesbauer sehen hierin ein Versäumnis der Integrationspolitik.

Gewaltschutzpaket: Ein Erfolg?

Die Wiener Bildungsdirektion meldet in einer aktuellen Aussendung einen Rückgang der Suspendierungen an Schulen von 814 im Schuljahr 2022/23 auf 756 im Jahr 2023/24. Dies entspricht einem Rückgang von über 7 %, was Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr als Erfolg der im Vorjahr eingeführten Maßnahmen zur Gewaltprävention wertet. Das Gewaltschutzpaket, das unter anderem eine Aufstockung der Schulsozialarbeit und verpflichtende Elterngespräche umfasst, soll erste Früchte tragen. „Es ist ein Indiz für die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Gewalt aus den Wiener Klassenzimmern verbannen wollen“, erklärt Wiederkehr.

Präventive Maßnahmen auf dem Prüfstand

Neben den schulischen Maßnahmen wurden auch die von der Wiener Polizei angebotenen Programme wie „All Right“, „Click&Check“ und „Cyber Kids“ verstärkt genutzt, wenn auch leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. Diese Programme sollen präventiv wirken und wurden bis zum Stichtag 31. Juli 2023 insgesamt 11.181-mal in Anspruch genommen, knapp weniger als im Vorjahr.
Obwohl der Rückgang der Suspendierungen als Erfolg gewertet wird, bleibt die Frage, ob die Maßnahmen tatsächlich nachhaltig wirken oder ob andere Faktoren, wie eine geänderte Meldepraxis, den Rückgang beeinflusst haben könnten.

Kritik an der Strategie

Kritiker könnten einwenden, dass der Fokus auf Prävention zwar richtig ist, die Zahlen jedoch noch keine endgültige Entwarnung geben. Jede Suspendierung sei eine zu viel, betont Wiederkehr, doch bleibt unklar, ob die Maßnahmen ausreichen, um die Wurzeln der Gewaltproblematik anzugehen.

Fazit und Ausblick

Die Antwort des Innenministers auf die parlamentarische Anfrage hat die Besorgnis über die Sicherheit an Wiener Schulen deutlich verstärkt. Die dramatische Zunahme der Kriminalität und das Ausbleiben effektiver Gegenmaßnahmen rufen nach einer dringenden Neuausrichtung der Sicherheitsstrategien.

Zusammenfassend zeigt der Rückgang der Suspendierungen zwar einen positiven Trend, dennoch bleibt abzuwarten, ob die derzeitigen Maßnahmen langfristig ausreichend sind, um das Gewaltproblem an Wiener Schulen nachhaltig zu lösen.

Es drängt sich die Frage auf, ob die Aussendung nicht vielmehr ein politisches Manöver darstellt, um den Unmut der betroffenen Eltern zu besänftigen und um die Angriffsfläche im Wahlkampf auf die NEOS zu verkleinern.

Quellen

Parlament: Kriminalität in österreichischen Schulen und Bildungseinrichtungen 2021-2023 (17581/AB)

Stadt Wien

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