Chefredakteur | Chaos is Order. Do not fear the darkness.
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Auf einen Blick: Die schwarz-türkise Selbstbedienungsblase in der Bundeshauptstadt hat nach wochenlangen Skandalen und verbrannter Erde eine neue Frontfrau erhalten. Margarete Kriz-Zwittkovits wurde als Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien angelobt, nachdem die vorausgegangenen Vorfälle rund um Walter Ruck das Vertrauen der Basis nachhaltig erschüttert hatten. WKÖ-Präsidentin Martha Schultz versucht den personellen Neustart zu inszenieren und fordert einen Schulterschluss, während die angeschlagene Interessenvertretung dringend Schadensbegrenzung betreiben muss.
Verbrannte Erde: Kriz-Zwittkovits räumt unumwunden ein: “Das hat uns geschadet. Es wurde Vertrauen verspielt, Menschen enttäuscht und ein gesellschaftliches Bild gezeichnet, für das weder die Wirtschaftskammer noch ich stehen.”
Erste Amtshandlung: Die sofortige Ausarbeitung eines strengen Verhaltenskodex wurde angeordnet, um den Ruch der Freunderlwirtschaft abzuwehren.
Klares Bekenntnis: “Ich verstehe bei Gleichstellung und Frauenrechten wenig Spaß. Wir leben im Jahr 2026”, stellte die neue Präsidentin unmissverständlich klar.
Aufarbeitung der Krise: Angesichts öffentlicher Kritik betonte Kriz-Zwittkovits, dass sie sich zwar nicht für fremde Worte entschuldigen könne, aber den Scherbenhaufen persönlich aufräumen will.
WKW-Reformen als leere Worthülse oder echte Zäsur?
Zwischen den Zeilen: Ob der angekündigte Reformkurs mehr als ein reine PR-Nummer ist, muss sich erst in den kommenden Monaten beweisen. Die ÖVP-nahen Seilschaften haben über Jahre hinweg bewiesen, dass sie Reformen nach Gutsherrenart verschleppen. Nun wird versprochen, die Effizienz zu steigern und das Serviceangebot auszubauen.
Wir können nicht von der Politik Reformen fordern und selbst nicht mitmachen. Das wäre nicht glaubwürdig.
Margarete Kriz-Zwittkovits
Zoom in: Mit 220.000 Beratungen jährlich und der Position als größter privater Bildungsanbieter sitzt die Kammer auf einem schwerfälligen Apparat, der längst schlanker, digitaler und transparenter arbeiten muss. Die laut Eigenaussage größte Beitragssenkung (KU2) aller Länder war längst überfällig, bleibt angesichts der steuerlichen Gesamtlast für Kleinbetriebe und Ein-Personen-Unternehmen jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein.
Warum das wichtig ist: Wenn die Wiener Wirtschaftskammer den Neustart verpatzt, verspielt sie endgültig ihre Daseinsberechtigung gegenüber den hart arbeitenden Betrieben. Wer den Apparat nur neu anmalt, erntet am Ende wieder nur Schutt und Asche.
Die Wiener Wirtschaft verlangt nach Jahren von Klientelpolitik und intransparenten Strukturen messbare Taten statt hohler Durchhalteparolen.