Auf einen Blick: Die EU-Kommission will die Kapazität von Rechenzentren in den nächsten sieben Jahren verdreifachen, fürchtet aber gleichzeitig den massiven Energiehunger der Branche. Mit einem neuen Ratingsystem sollen Betreiber nun zur Transparenz über ihren Strom- und Wasserverbrauch gezwungen werden.
Das große Ganze: Der Sektor wächst rasant, massiv getrieben durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Während Rechenzentren im Jahr 2024 rund 68 TWh Strom in der EU verbrauchten, soll dieser Wert bis 2030 auf 114 TWh steigen. Laut Internationaler Energieagentur wird dieser Bereich dann mehr als 3 Prozent des gesamten Strombedarfs in der EU verschlingen.
Die Verdreifachung unserer Rechenzentrumskapazität kann nicht bedeuten, den Druck auf unsere Netze, unser Wasser und unsere Energierechnungen zu verdreifachen.
Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission
Worum es geht: Die neuen Regeln betreffen alle Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 500 kW. Brüssel schielt dabei besonders auf die Abwärme der Server: Würde man die Hälfte dieser Energie sinnvoll nutzen, entspräche das dem Wärmebedarf von rund 4 Millionen Haushalten in Europa. Das Rating-Schema soll zudem die Flexibilität der Zentren bewerten, ihren Verbrauch an die jeweiligen Netzbedingungen anzupassen.
- Fahrplan: Die ersten Nachhaltigkeitssiegel für einzelne Standorte werden voraussichtlich im Jahr 2027 ausgestellt.
- Fristen: Die öffentliche Konsultation zu den Mindestnormen für die Gesamtenergieeffizienz endet am 14. Dezember 2026.
- Kontrolle: Das EU-Parlament und der Rat haben nun zwei Monate Zeit für eine Prüfung, dürfen am Text der Kommission jedoch keine Änderungen mehr vorschlagen.
Die EU will die Rechenkapazität verdreifachen, fordert von den Betreibern bisher aber vor allem eines: Berichte über ihren Wasserverbrauch.
Frank sagt:
