Auf einen Blick: Das US-Justizministerium hat vor wenigen Tagen die Anklage gegen fünf Männer öffentlich gemacht, die für den russischen Geheimdienst arbeiten sollen. Das Netz soll seit mindestens 2024 Aufträge für Überwachung, Anschläge und gezielte Tötungen vergeben haben.
#ICYMI from @FBIWFO and @NewYorkFBI: Members of Russian Intelligence Network Charged With Conspiring to Finance Terrorism and Commit Murder for Hire
— FBI (@FBI) September 21, 2026
The FBI and our partners announced the unsealing of charges against five individuals working for the intelligence services of the… pic.twitter.com/J4UWiV9aXy
Zahlen auf einen Blick: Alle fünf stehen wegen Verschwörung zur Terrorfinanzierung (Höchststrafe 20 Jahre). Yuri Khrameev, Yaidel Delgado Suarez und Angel Eduardo Castro zusätzlich wegen Verschwörung zum Auftragsmord (Höchststrafe 10 Jahre). Für die Vorab-Überwachung des US-Ziels sollen 1.000 bis 1.500 Dollar geboten worden sein, für das „Eliminieren“ oder „Verschwindenlassen“ 40.000 Dollar. In Litauen soll Yuri Khrameev nach 200 Dollar für Fotos rund 25.000 Dollar für den Mord angeboten haben.
- Yuri Khrameev, 63, Russland: Ex-Oberst der russischen Dienstes, Alias „Colonel Yuri“, soll als Rekrutierungsoffizier operiert haben.
- Kirill Khrameev, 27, Russland: FSB-Offizier und Sohn von Yuri Khrameev.
- Oemis Romagoza Durruthy, 35, Kuba: In Russland lebender Koordinator, soll Angriffe in Prag (Juni 2024) und Litauen (September 2024) logistisch vorbereitet haben.
- Yaidel Delgado Suarez, 35, Kuba, Alias „Viking“: Soll in den USA mehrfach für Überwachung und Mord rekrutiert haben.
- Angel Eduardo Castro, 22, Venezuela: Soll mit Suarez US-basierte Personen für Überwachung und Tötung angeworben haben.
Der Konflikt: Im Sommer 2026 soll Suarez einem in den USA lebenden Mann zwei Adressen des Ziels Victim-1 geschickt, genaue Überwachungsanweisungen gegeben und Fotos sowie Videos zurückbekommen haben. Als der Mann den Mord nicht selbst ausführen wollte, soll gefragt worden sein, ob er „jemanden [kenne], der die Arbeit machen kann“. Suarez soll auch von „Leuten in Mexiko“ gesprochen haben, die aber verzögert seien. Ein Jahr zuvor soll Kirill Khrameev einen US-Bürger für Fotos einer Adresse in Litauen angeworben und danach an seinen Vater, den „Oberst“, weitergereicht haben.
Members of Russian Intelligence Network Charged With Conspiring to Finance Terrorism and Commit Murder for Hire: The defendants allegedly paid and attempted to pay individuals to conduct preoperational surveillance and carry out targeted killings and commissioned associates to… pic.twitter.com/ov1XG469MZ
— FBI Washington Field (@FBIWFO) September 21, 2026
Wer sagt was: Yuri Khrameev soll Victim-2 als jemanden bezeichnet haben, der „Lügen über Russland erzählt“, „Dreck über mein Land verbreitet“ und „die Geschichte verdreht“. Als Tötungsmethoden nannte er laut Anklage das Werfen einer Benzinflasche oder das Stechen mit einem Messer. Nach der Absage bot er einen „einfacheren Job“: Lagerhaus oder Lebensmitteldepot anzünden oder eine Benzinflasche auf ein Umspannwerk werfen. Ziel seien „alle Länder, die der Ukraine helfen“, und es gebe „ernstes Geld für ernste Arbeit“.
Es ist unsere Aufgabe, zu verhindern, dass Amerikas Gegner Gewalt und Terror auf amerikanischem Boden entfesseln.
Todd Blanche, US-Justizminister
Warum das wichtig ist: Die Anklage beschreibt das RIS-Netz als einen Arm des russischen Apparats für Angriffe im Ausland – zuerst gegen Dissidenten und Überläufer, zuletzt gegen Staaten, die als Ukraine-Verbündete gelten. FBI-Direktor Kash Patel spricht von einem angeblichen Plot der russischen Dienste, einen Dissidenten auf US-Boden zu töten, weil er es gewagt habe, gegen die russische Regierung zu sprechen. Die Angeklagten gelten bis zu einem Urteil als unschuldig.
40.000 Dollar für einen Auftragskiller auf US-Boden klingt nach einem Schnäppchen. Damit ist aber nun Schluss.
Frank sagt:
