Auf einen Blick: In Warschau klickten die Handschellen, als ein Verdächtiger gerade Bargeld an einem Bankomaten beheben wollte. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) wirft dem Mann vor, mit gestohlenen Identitäten Fördergelder für das Programm „Saubere Luft“ erschlichen zu haben. Insgesamt geht es um mehr als 300.000 Euro, die eigentlich für die thermische Sanierung von Wohngebäuden vorgesehen waren.
Kein Zufall: Der Beschuldigte soll die Identitäten von über einem Dutzend rechtmäßiger Immobilienbesitzer gestohlen haben, um das System zu manipulieren. Mit gefälschten Dokumenten reichte er zahlreiche Anträge bei der regionalen Umweltbehörde ein, wobei die Gelder auf Konten von Strohmännern flossen. Das polnische Programm wird massiv durch EU-Mittel kofinanziert und dient offiziell dem Austausch veralteter Heizsysteme.
- 300.000 Euro: Das Gesamtvolumen der mutmaßlich betrügerisch erlangten Fördergelder.
- 12 Anklagepunkte: Wegen dieser Anzahl an Betrugsfällen wurde der Mann bereits offiziell beschuldigt.
- 18. September: Der Zeitpunkt des Zugriffs durch die Strafverfolgungsbehörden während einer nächtlichen Geldbehebung.
- 11.900 Euro: Die festgesetzte Kaution, die der Verdächtige für eine Entlassung aus der zweimonatigen Untersuchungshaft hinterlegen muss.
Was hängen bleibt: Bei der Durchsuchung seines Fahrzeugs stießen die Ermittler auf ein „mobiles Büro“ mit Laptop, gefälschten Stempeln und Dokumenten. In der Wohnung des Verdächtigen sowie auf seinem Bankkonto wurden zudem Beträge in der Höhe von rund 14.640 Euro sichergestellt. Die Ermittlungen der Regionalpolizei in Białystok dauern an, da die Behörden mit weiteren belastenden Funden rechnen.
Ein mobiles Büro im Auto reicht offenbar aus, um dem EU-Steuerzahler Hunderttausende Euro für „saubere Luft“ aus der Tasche zu ziehen.
Frank sagt: