Über 50.000 Gefährder nach Pflichtberatung: Gewaltstopp als Massenbetrieb

Auf einen Blick: Seit September 2021 ist die sechsstündige Pflichtberatung nach einem Betretungs- und Annäherungsverbot gesetzlich einklagbar. Die Bilanz von NEUSTART nach fünf Jahren ist erschütternd: Über 50.000 Gefährder fluteten die Stellen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Oberösterreich – 90 Prozent davon Männer. Allein 2025 knallte es 10.068-mal in diesen fünf Bundesländern.

Gemeinsam mit den Gewaltschutzzentren, Frauenhäusern und der Polizei leisten wir damit einen wichtigen Beitrag, um häuslicher Gewalt einen Riegel vorzuschieben.

Dina Nachbaur, Geschäftsführerin von NEUSTART

Worum es geht: Wer von der Polizei ein Betretungs- und Annäherungsverbot kassiert, muss binnen fünf Tagen Kontakt zur Beratungsstelle aufnehmen. Das erste Treffen muss spätestens nach 14 Tagen über die Bühne gehen. Eigenen Umfragen zufolge fühlen sich 91 Prozent der Betreuten danach sicher, nicht mehr gewalttätig zu werden, 96 Prozent wollen Verantwortung übernehmen und 95 Prozent sehen neue Alternativen. Auch die Bevölkerung zieht mit: Laut Integral-Umfrage unter 2.120 Befragten halten 90 Prozent die Maßnahme für sinnvoll.

Warum das wichtig ist: Täterarbeit schützt potenzielle Opfer direkt vor der nächsten Deeskalation in den eigenen vier Wänden. Weil der Kurs nach der Bewährungshilfe bereits die zweitgrößte Dienstleistung des Vereins ist, zeigt sich aber auch das erschreckende Ausmaß der täglichen Gewalt.

Fünf Tage Frist stoppen keine Faust, aber sie zwingen Prügelknaben endlich zum Nachdenken, bevor die eigene Haustür wieder aufgeht.

Frank sagt:
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SOURCES:Neustart