1,4 Milliarden Euro für Ukraine aus russischen Vermögenswerten
Fünfter Transfer aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten beschlossen
Die Europäische Union hat am 3. August 1,4 Milliarden Euro an zusätzlichen Erträgen aus eingefrorenen Vermögenswerten der russischen Zentralbank erhalten, um den ukrainischen Abwehrkampf zu unterstützen.
Das große Ganze: Der Betrag stammt aus Zinsen und Gewinnen, die auf Bargeldbestände und eingefrorene Vermögenswerte der russischen Zentralbank bei zentralen Verwahrstellen angefallen sind.
- Es handelt sich dabei bereits um die fünfte Überweisung dieser Art, nachdem im März 2026 eine vierte Tranche ausgezahlt worden war.
- Die Einnahmen decken das erste Halbjahr des Jahres 2026 ab und erhöhen die Gesamtsumme der seit Beginn der Sanktionen erwirtschafteten Gewinne auf 8 Milliarden Euro.
- Die eigentlichen Vermögenswerte bleiben zwar weiterhin eingefroren, doch die Zinserträge gehören rechtlich nicht mehr Russland.
- Der Rat der Europäischen Union hat auf Vorschlag der Kommission und des Hohen Repräsentanten entschieden, diese Gewinne für die Ukraine zu nutzen.
Verwendung der Gelder und Unterstützung: Die Verteilung der eingenommenen Mittel ist klar aufgeteilt, um sowohl wirtschaftliche als auch militärische Lasten abzufedern:
- Ukraine Loan Cooperation Mechanism: 95 Prozent der Erträge fließen in diesen Mechanismus.
- Kredittilgung: Damit werden nicht rückzahlbare Hilfen bereitgestellt, um EU-Darlehen sowie G7-Kredite (im Rahmen der ERA-Initiative im Volumen von insgesamt 45 Milliarden Euro) zu bedienen.
- Europäische Friedensfazilität: Die verbleibenden 5 Prozent der Einnahmen werden für dringende militärische und verteidigungspolitische Bedürfnisse der Ukraine eingesetzt.
Hintergrund dieser Maßnahmen sind die umfassenden Sanktionen, die die Europäische Union als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg verhängt hat. Da Transaktionen mit der russischen Zentralbank verboten wurden, sammelten sich auf den Bilanzen von zentralen Verwahrstellen erhebliche Cash-Guthaben an, die diese außerordentlichen Erträge generierten. Bereits im Februar und Mai 2024 wurden rechtliche Grundlagen geschaffen, um diese Gewinne einzubehalten und für Kiew nutzbar zu machen. Im Dezember 2025 wurde zudem beschlossen, Rücktransfers dieser eingefrorenen Bestände nach Russland dauerhaft zu unterbinden.
Wer sagt was: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte dazu: “Russland muss für die von ihm verursachte Zerstörung bezahlen. Und wir nutzen die Erträge aus den immobilisierten russischen Vermögenswerten, um sicherzustellen, dass es das tut. Wir machen weitere 1,4 Milliarden Euro davon für die Ukraine verfügbar. Dies wird den anhaltenden Widerstand der Ukraine gegen Russlands illegalen Krieg unterstützen.”
Warum das wichtig ist: Die dauerhafte Umleitung dieser Zinserträge sorgt für eine verlässliche und fortlaufende Finanzierungsquelle, die Kiew langfristig im Abwehrkampf gegen die russischen Angriffe stärkt.
Während Moskau auf seinen eingefrorenen Milliarden sitzt, finanziert Brüssel mit den Zinsen wenigstens den Wiederaufbau der Ukraine.
Frank sagt:

