In drei Sätzen: Während die Bürger beim Blick auf die Stromrechnung Schnappatmung bekommen, klettert die Haushaltsenergie im Jahresvergleich um satte 9,0 Prozent nach oben. Strom entpuppt sich mit einem Plus von 41,9 Prozent als der wahre Raubritter der heimischen Steckdosen. Ein schönes Weihnachtsgeschenk der Energiekonzerne, das man zwar nicht umtauschen kann, aber garantiert teuer bezahlt.
Der Anlass: Die Österreichische Energieagentur legt pünktlich zum Jahresabschluss 2025 die Daumenschrauben in Form des Energiepreisindex (EPI) vor. Man feiert einen minimalen monatlichen Rückgang bei Heizöl und Treibstoffen, während die jährliche Teuerungsrate bei Strom durch die Decke schießt. Die staatlichen Almosen sind weg, die bittere Realität der Marktpreise ist zurück.
Wer sagt was: Die Energieagentur erklärt trocken, dass der massive Preissprung beim Strom vor allem auf den „Wegfall staatlicher Entlastungsmaßnahmen wie der Strompreisbremse“ zurückzuführen sei. Während Erdgas im Jahresvergleich um 3,5 Prozent teurer wurde, prognostiziert man bereits die nächste Belastungswelle durch steigende Gasnetzentgelte ab Jänner.
Die Doppelmoral: Die Regierung strich die Strompreisbremse pünktlich zum Jahresbeginn 2025 zusammen, nur um den Bürgern nun dabei zuzusehen, wie sie 41,9 Prozent mehr für die Grundversorgung berappen. Man predigt den ökologischen Wandel und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, lässt aber zu, dass Holzpellets um 15,2 Prozent teurer werden.
Zwischen den Zeilen: Die Nachricht, dass der Strompreis im Monatsvergleich mit plus 0,3 Prozent „stabil“ geblieben sei, ist der pure Zynismus angesichts einer jährlichen Explosion von fast 42 Prozent. Man verkauft uns den Wegfall von Förderungen als „Einmaleffekt“, verschweigt aber, dass das Preisniveau dauerhaft in lichten Höhen zementiert wurde.
Follow the money: Der Wegfall der Strompreisbremse hat ein tiefes Loch in die Haushaltskassen gerissen, während die Inflation durch diesen Preisschock massiv befeuert wurde. Die Netzerhaltungskosten für Gas werden nun auf geringere Abgabemengen umgelegt, was die Effizienzbestrebungen der Konsumenten direkt bestraft.
Go Deeper: Hinter den Kulissen zeigt sich das Versagen der Energiepolitik, die den Bürger von staatlichen Tropfen abhängig gemacht hat, statt echte Markttransparenz zu schaffen.
Warum das wichtig ist: Wenn Grundbedürfnisse wie Wärme und Licht zum Luxusgut mutieren, rennt was falsch in diesem Land. Wenn das Heizen mit Pellets um über 15 Prozent teurer wird, ist die soziale Kälte im Land kein meteorologisches Phänomen mehr, sondern politisches Kalkül.
Quellen: apa.at
