In drei Sätzen: Während der Beitragszahler für die bloße Existenz eines Empfangsgeräts zwangsbeglückt zur Kasse gebeten wird, gönnt sich die ORF-Führungsetage Luxusgagen weit jenseits des österreichischen Durchschnitts. Die FPÖ wettert nun gegen den Privilegienstadl am Küniglberg. Ein öffentlich-rechtlicher Moloch, der sich selbst kontrolliert, während das Volk die Zeche zahlt.
Der Anlass: Pünktlich zur angekündigten Rechnungshofprüfung, der ersten seit fast zwei Jahrzehnten, laden die Freiheitlichen zur Abrechnung mit dem Staatsfunk, der sich offenbar mehr als Selbstbedienungsladen denn als Bildungsmedium versteht. Mit einer Mischung aus Schadenfreude und parlamentarischem Tatendrang wird das Sündenregister präsentiert.
Wer sagt was:
- Christian Hafenecker (FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher) bezeichnet die Zustände als „offenkundige Malversationen“ und kritisiert den „Gesinnungsjournalismus“.
- Peter Westenthaler (FPÖ-Stiftungsrat) spricht von einer „Bananenrepublik“. Er wirft dem Stiftungsratsvorsitzenden Lederer vorwirft, als „bester Mann der ÖVP“ die Kontrollrechte des Gremiums zu beschneiden.
Die Doppelmoral: Während der ORF 790 Millionen Euro aus der Haushaltsabgabe scheffelt und Top-Verdiener mit über 170.000 Euro Jahresgage alimentiert, müssen Schulklassen für eine einfache Führung 165 Euro berappen. Man predigt soziale Gerechtigkeit im Programm, lässt aber die eigenen Mitarbeiter in prekären Verträgen schuften.
Zwischen den Zeilen: Die Abschaffung von Wortprotokollen und Redezeitbeschränkungen im Kontrollgremium riecht weniger nach Effizienz als nach einer handfesten Taktik.
Follow the money: 40 Prozent des ORF-Budgets versickern in Personalkosten, was zu einer bizarren Durchschnittsgage von 100.000 Euro führt. Eine Gage, von der der normale Österreicher mit 40.000 Euro im Jahr nur träumen kann. Die Rede ist von 74 Privilegierten, die das Gehaltsgefüge sprengen.
Go Deeper: Dass der Rechnungshofbericht erst nach der nächsten Weichenstellung für die ORF-Führung erwartet wird, sichert den amtierenden Akteuren noch eine letzte ruhige Saison im Luxusstadl.
Warum das wichtig ist: Wenn die vierte Macht im Staat zum Versorgungsposten für Parteigänger verkommt und Kritik mit Zensur oder Geschäftsordnungstricks unterdrückt wird, erodiert das Fundament der Demokratie schneller als der Putz am Küniglberg. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis, dass der Bürger nicht für objektive Information zahlt, sondern für den Erhalt eines Systems.
Quellen:
