Auf einen Blick: 35 Prozent sind der tiefste Stand der Volkspartei Niederösterreich seit der Ära Pröll, den Matthias Zauner als “Spitzenwert unter allen Bundesländern” und “klare Nummer Eins” verkauft. Der VPNÖ-Landesgeschäftsführer greift die IFDD-Umfrage für ORF NÖ und erklärt Johanna Mikl-Leitner zur “unangefochtenen Nummer Eins”.
Wer sagt was:
- Matthias Zauner über seine Chefin: “Unsere Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist mit 40 Prozent Zustimmung bei der LH-Direktwahlfrage mit deutlichem Abstand die klare, unbestrittene Nummer Eins in Niederösterreich.”
- “Sie führt den eigenständigen Weg Niederösterreichs an, den wir seit Jahren konsequent verfolgen und der von den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern offensichtlich geschätzt und begrüßt wird“, so Zauner.
Worum es geht: Rund 60 Prozent bewerten den Gesundheitsplan 2040+ positiv. 60 Prozent sind mit der Arbeit der Landesregierung unter ihrer Führung “zufrieden oder sogar sehr zufrieden”.
- “Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern können wir dem negativen Bundestrend entgegenhalten.
- Denn seit drei Jahren sehen verschiedene Umfragen die Volkspartei Niederösterreich trotz sinkender Bundeswerte gleichbleibend stabil bei 35-36 Prozent.”
- “Rund zwei Drittel aller Befragten wünschen sich die Volkspartei Niederösterreich an der Spitze eines nächsten Arbeitsübereinkommens.”
Die Umfrage selbst zeigt ein anderes Bild:
- ÖVP 35 Prozent, 4,9 Punkte unter dem Landtagswahlergebnis 2023 von 39,9 Prozent.
- FPÖ 30 Prozent, 5,8 Punkte über den 24,2 Prozent von 2023, historischer Höchstwert in Niederösterreich.
- SPÖ 19 Prozent, Grüne 9 Prozent und NEOS 5 Prozent.
- Erstmals gemeinsame Mandatsmehrheit von FPÖ und SPÖ möglich.
Zauner nennt das “klares Unterstützungssignal für den eingeschlagenen Reformkurs” und das “strengste Sozialhilfegesetz Österreichs” als bundesweites Vorbild. “Wir unterstützen die Schwächsten und nicht die Frechsten.”
Zwischen den Zeilen: Zauners Aussendung ist die Fortsetzung dieser Linie: Personalisierung auf Mikl-Leitner, Stabilitätsrhetorik gegen den Bundestrend, das “strengste Sozialhilfegesetz” als moralische Überlegenheit, der Gesundheitsplan als “klares Unterstützungssignal”. Das reicht nicht mehr. Der Vorsprung schmilzt, der eigene Koalitionspartner frisst Stimmen, die persönliche Popularität der Landeshauptfrau ist das letzte Asset.
Ein neues Team allein ändert das nicht. Hier braucht es Kommunikationsprofis im Kaliber von Roger Stone: jemanden, der den Gegner nicht höflich einordnet, sondern ihn zerlegt, der die eigene Schwäche in Angriff verwandelt und der den Kampf um die Deutungshoheit nicht mit OTS-Phrasen führt.
Go deeper:
- Mikl-Leitner: Machtanspruch trotz Umfragedebakel: Am 16. August 2026 forderte Mikl-Leitner Reformen, die ihre eigene Partei seit Jahren verschleppt. Sie kündigte die erneute Spitzenkandidatur 2028 an und stützte Christian Stocker für 2029. “Die Sozialhilfe soll für die Schwächsten und nicht für die Frechsten da sein.”
- Hanni will mehr Brüssel: Im Mai 2026 beim Europa Forum Wachau in Grafenegg rief sie nach einem “stärkeren, handlungsfähigeren, eigenständigeren, resilienteren und selbstbewussteren” Europa. Mehr Brüssel, während sie “Gold-Plating” kritisiert.
- Giebelkreuz für Hanni: Bei der Raiffeisen-Jahrestagung 2026 in der Messe Wien feierte sie 140 Jahre Giebelkreuz, während die Bank ihr Konzernergebnis auf 783,8 Millionen Euro verdoppelte. “Raiffeisen ist das höchst erfolgreiche Gegenmodell zum Egoismus.” Das System füttert sich.
Warum das wichtig ist: Mikl-Leitner hält persönlich besser als ihre Partei. Das System dahinter nicht. Wer 2028 noch gewinnen will, braucht keine weitere Zauner-Aussendung. Er braucht jemanden, der den Krieg um die Narrative wirklich führt.

