Polizei und Anwohner schlagen Alarm: Illegale marokkanische Migranten sollen Minderjährige entführen und in den Bergen rund um Ceuta in Gruppen vergewaltigen. Während Frauen und Mädchen verzweifelt Schutz suchen, werfen Kritiker der spanischen Regierung vor, die Öffentlichkeit über die Sicherheitslage zu täuschen.
Worum es geht: Mitglieder der Policía Nacional berichten aus Ceuta von systematischen Gruppenvergewaltigungen. Demnach verschleppen illegale Einwanderer – vorwiegend marokkanische Männer – Mädchen und junge Frauen in die umliegenden Berge sowie in die Nähe des Erstaufnahmezentrums für Einwanderer (CETI).
- Die Opfer sind überwiegend minderjährig, während sich die Angriffe in den irregulären Lagern an den Hängen des CETI und in den angrenzenden Bergregionen häufen.
Tägliche Übergriffe und niedrige Anzeigequoten
Die aktuelle Lage: Laut der Jupol-Sprecherin Laura García übersteigt die reale Zahl der Vorfälle die offiziellen Anzeigen deutlich. Viele Opfer würden aus Angst vor den Tätern schweigen:
- Aktueller Fall: Am vergangenen Donnerstag wurde eine Minderjährige auf der Avenida de Lisboa von mehreren Marokkanern mehrfach sexuell missbraucht. Nur dank des Eingreifens von Anwohnern konnte einer der Täter festgenommen werden. Die Komplizen und weitere Vergewaltiger sind flüchtig.
- Weitere Vorfälle: Noch am selben Tag meldete eine junge Frau auf der Polizeizentrale einen vergleichbaren Übergriff durch eine Gruppe.
- Polizeikräfte vor Ort sprechen von täglichen Wiederholungen. Die Straßen Ceutas böten Frauen und Jugendlichen derzeit keinen wirksamen Schutz mehr.
Widerspruch zwischen Regierung und Einsatzkräften
Das große Ganze: Die Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez und Gleichstellungsministerin Ana Redondo hält an ihrer Darstellung fest, Ceuta sei sicher. Redondo erklärte bei einem Auftritt, Minderjährige würden nicht unbeaufsichtigt umherstreifen, sondern sich in sicheren Einrichtungen befinden und betreut werden – Ceuta selbst hat sie jedoch nicht besucht.
- Dieser Darstellung widersprechen Polizei, Rettungskräfte und Anrainer vehement. Dokumentiert ist unter anderem, dass rund dreißig marokkanische Mädchen – einige davon erst zehn Jahre alt – sich aus Angst vor den illegalen Bewohnern regelmäßig unter Polizeifahrzeugen verstecken.
- Die Polizeigewerkschaft Jupol wirft der Regierung vor, die Wahrheit zu vertuschen, anstatt die Bevölkerung vor erskalierenden Lage zu warnen. Es stelle sich die Frage, welche Gewaltschwelle erreicht sein müsse, bis die Regierung erste Maßnahmen setzt.
Festnahme eines gesuchten Sexualstraftäters
Zwischen den Zeilen: Am Sonntag nahmen die Guardia Civil und Soldaten des Regulares-Regiments 54 in der Siedlung Benzú einen marokkanischen Staatsangehörigen fest.
- Bei der Identifizierung via Fingerabdrücke stellte sich heraus, dass seit 2010 ein Haftbefehl des Gerichts Nr. 8 in Torrejón de Ardoz (Madrid) wegen sexueller Aggression und Angriffs auf die Staatsgewalt vorlag.
- Der Verdächtige war zuvor in Marokko und im Zuge des Massenansturms Ende Juli nach Ceuta gelangt, wo er sich seither im illegalen Lager an der Playa del Trampolín aufgehalten hatte.
- Der Haftbefehl konnte erst jetzt vollstreckt werden, da sein Aufenthaltsort den Behörden zuvor unbekannt war.
Warum das wichtig ist: Kontrollen in den Lagern und Bergregionen decken immer wieder offene Haftbefehle und schwere Vorstrafen auf. Ein Teil der Personen, die seit Ende Juli eingedrungen sind, ist bis heute nicht vollständig registriert.

