Bildungsminister Christoph Wiederkehr will das österreichische Bildungssystem „entrümpeln“ und opfert dafür das Fundament des europäischen Denkens. Er plant, die Lateinstunden an AHS-Oberstufen massiv zu beschneiden, um Platz für modische Begriffe wie KI und Medienbildung zu schaffen. Dieser Vorstoß löst nun einen beispiellosen Aufschrei der intellektuellen Elite aus.
Der Auslöser: Am 3. Februar 2026 bekräftigte Wiederkehr seine Pläne, die Lateinstunden von zwölf auf acht Wochenstunden zu reduzieren. Er stützt sich dabei auf eine Umfrage des Instituts „Public Opinion Strategies“, wonach eine Mehrheit der Schüler, Eltern und Lehrer für die Kürzung bestehender Inhalte zugunsten neuer Themen votiert.
Wer sagt was:
- Christoph Wiederkehr (Bildungsminister, NEOS): „Es ist […] uns als Gesellschaft nicht zumutbar, dass wir hier jahrzehntelang der gesellschaftlichen Veränderung hinterherhinken.“
Das Sittenbild: Der Konflikt offenbart ein tiefes Misstrauen zwischen der politischen Führung und der Wissenschaft. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet in Zeiten von Desinformation jene Sprache gekürzt wird, die wie keine andere logische Analyse und historische Einordnung schult.
Zwischen den Zeilen:
- Die Reform unter dem Titel „Plan Z“ suggeriert Modernität, doch Kritiker sehen darin eine „bewusste Täuschung“ über die Vermittelbarkeit komplexer Denkstrukturen.
- Nobelpreisträger warnen: Ohne geschultes Denken wird KI zur „Black Box für Unmündige“, was das eigentliche Ziel der Reform ad absurdum führt.
Follow the money: Die Kürzung betrifft die Reduktion von zwölf auf acht Wochenstunden in der Oberstufe. Damit fällt pro Schuljahr eine Wochenstunde dem Rotstift zum Opfer, während neue Ressourcen in die Bereiche KI und Demokratiebildung fließen sollen.
Was bleibt über: Wiederkehr verkauft den Kahlschlag an der Bildungstradition als Fortschritt. Wenn Nobelpreisträger gemeinsam mit Ex-Präsidenten auf die Barrikaden gehen, ist das kein Widerstand von Ewiggestrigen, sondern ein Alarmzeichen für den Verlust an intellektueller Tiefe.
Warum das wichtig ist: Hier geht es nicht nur um eine tote Sprache. Es geht um die Frage, ob Bildung dazu dient, Menschen fit für den nächsten Tech-Trend zu machen oder sie zu eigenständigem Denken zu befähigen. Wer die Wurzeln kappt, darf sich nicht wundern, wenn die Früchte der Bildung immer oberflächlicher werden.
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