Wiener Schulen: Wiederkehr fordert mehr Geld – Polaschek kontert

Die Wiener Stadtregierung verlangt zusätzliche Finanzmittel vom Bund, um die Herausforderungen durch den Familiennachzug und den Personalmangel an Schulen zu bewältigen. Bildungsminister Polaschek betont jedoch, dass Wien bereits mehr Mittel als andere Bundesländer erhalten habe.

Christoph Wiederkehr - Sepa Media - Michael Indra
Redaktion

Die Wiener Schulen stehen unter erheblichem Druck, verursacht durch den Familiennachzug und den damit verbundenen Anstieg von Schülern mit Deutschförderbedarf. Neos-Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr forderte daher in einem „ZiB2“-Interview mehr finanzielle Unterstützung vom Bund.

Wiederkehr betonte, dass er seit einem Jahr auf die benötigten Ressourcen hingewiesen habe, jedoch keine Unterstützung von Bildungsminister Martin Polaschek erhalten habe.

Polaschek kontert mit Zahlen

Bildungsminister Polaschek wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass Wien bereits umfassende Sondermittel erhalten habe. Für das Schuljahr 2024/25 stünden 47 Millionen Euro und über 390 zusätzliche Planstellen zur Verfügung, um beispielsweise Schülergruppen zu teilen und mehr Lehrer einzusetzen. „Wien hat mehr Mittel bekommen als jedes andere Bundesland“, betonte Polaschek und fügte hinzu, dass die Stadt 6,9 Millionen Euro und 85 zusätzliche Planstellen erhalten habe. Zudem wurden die Ressourcen für die Deutschförderung um 30 Prozent auf 40 Millionen Euro erhöht, wobei Wien 18,7 Millionen Euro und 231 Planstellen zusätzlich bekommen habe.

Kritik an der Mittelverteilung

Die SPÖ kritisierte die Verteilung der Mittel als „absurd“. Polaschek hingegen betonte, dass die Herausforderungen im Bildungssystem nur gemeinsam gelöst werden könnten. Er warf Wiederkehr vor, politische Verantwortung auf den Bund abzuwälzen. „Bleiben Sie bei den Fakten und nehmen Sie endlich Ihre politische Verantwortung wahr“, so Polaschek in einer direkten Aufforderung an Wiederkehr.

NEOS fordern Reformen

Martina Künsberg Sarre, Bildungssprecherin der NEOS, kritisierte die Bundesregierung scharf. Sie forderte, dass statt politischem Gezänk endlich umfassende Reformen im Bildungsbereich angegangen werden sollten. „Anstatt die Verantwortung von sich zu schieben, sollte die Bundesregierung lieber an österreichweiten Reformen für unsere Schulen und Kindergärten arbeiten“, sagte Künsberg Sarre.

Fazit und Ausblick

Die Kontroverse zeigt die tiefen Gräben zwischen der Wiener Stadtregierung und dem Bildungsministerium auf. Während beide Seiten die Wichtigkeit der Bildung betonen, scheint eine Einigung über die Finanzierung und Verantwortung weiterhin in weiter Ferne.

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