Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) feiert das Jahr 2025 als Erfolg der „positiven Entwicklung“. Fakt ist: Die Milliarden-Ausgaben sind kein strategischer Geniestreich, sondern das hektische Begleichen von Altlasten der letzten Jahre. Ein Blick nach Polen zeigt, wie echte Aufrüstung aussieht, während Österreichs Truppe primär Tierseuchen bekämpft.
Aktueller Anlass: Ministerin Tanner zieht eine euphorische Bilanz für 2025 und lobt die Umsetzung des Aufbauplans 2032+.
Wer sagt was:
- Klaudia Tanner: „Richtung und Geschwindigkeit zur Erreichung des Aufbauplanes […] stimmen.“
Hintergrund:
- Das Heer verzeichnete 2025 über 1.200 neue Kaderanwärter und füllte das Zivilpersonal-Kontingent.
- Einsatzschwerpunkte waren Davos-Sicherung, Grenzkontrollen (2.114 Aufgriffe) und Tierseuchenbekämpfung.
- Technisch wird nachgerüstet: Der elfte AW169-Hubschrauber ist da, KI-Systeme laufen intern.
Im Detail: Was das Ministerium als „Modernisierung“ verkauft, ist in Wahrheit die späte Reparatur jahrelanger Vernachlässigung. Die beschafften Systeme schließen Lücken, die Vorgängerregierungen aufrissen. Statt Innovation dominiert der Nachkauf von Standardgerät. Der operative Alltag bleibt ernüchternd: Assistenzeinsätze gegen die Maul- und Klauenseuche banden tausende Personentage.
Der Vergleich: Während Wien Altlasten abarbeitet, schafft Warschau Fakten. Polen baut die größte Panzerstreitmacht Europas auf und plant bis 2031 den Betrieb von 1.100 Panzern. Warschau investiert nicht nur, es industrialisiert: Von 180 neu bestellten K2-Panzern (5,9 Mrd. Euro) werden 61 direkt in Polen gefertigt. Polen rüstet tatsächlich auf.
Die Berechnung:
- 1.500 Mio. Euro: Zwölf Leonardo M-346 Kampfflugzeuge.
- 426 Mio. Euro: Infrastruktur und Instandhaltung.
- 200 Mio. Euro: Drohnenabwehrbatterie.
- 140 Mio. Euro: Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar.
Was zu tun ist: Die Politik muss aufhören, die Tilgung von Investitionssschulden als visionären Neustart zu verkaufen.
Warum das wichtig ist: Wer nur Löcher stopft, baut keine neue Mauer. Der Abstand zu strategisch agierenden Nachbarn wie Polen wächst täglich.
Quellen:
Bundesheer
Morgenpost


