Baggerfahrer gegen Vertuschung

Pilnacek-Tod: Ein Baggerfahrer gegen den tiefen schwarzen Staat.

Redaktion
Christian Pilnacek U-Ausschuss - SEPA Media - Martin Juen - FoB Style

Der Pilnacek-Untersuchungsausschuss startet mit einem ungewöhnlichen Auftakt: Während das Innenministerium auf Daten hockt, soll nun ausgerechnet ein Baggerfahrer den mysteriösen Tod des einst mächtigsten Justiz-Sektionschefs erhellen. Die FPÖ wittert hinter dem Schweigen der Behörden den „tiefen schwarzen Staat“ am Werk. Es geht um nicht weniger als die lückenlose Rekonstruktion der ersten Stunden nach dem Leichenfund.

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Der Auslöser: Christian Hafenecker trommelt zum Auftakt der Befragungen im U-Ausschuss und zerrt die ersten Zeugen vor das Mikrofon. Es sollen jene Männer sprechen, die Christian Pilnacek tot in der Donau fanden und bisher von der Justiz ignoriert wurden.

Wer sagt was: FPÖ-Fraktionsführer Hafenecker gibt den Chefermittler wider Willen: „Es ist überaus wunderlich, dass dieser Mann, der die Bergungskette in die Wege geleitet hat, bisher weder von der Exekutive noch von der Justiz einvernommen wurde.“ Er fordert eine „detaillierte Chronologie“ vom Notruf bis zur Bergung. Und während der Innenminister schweigt, attackiert Hafenecker frontal: Man müsse klären, wann „der tiefe schwarze Staat der ÖVP die Maschinerie der Vertuschung in Gang gesetzt hat“.

Das Sittenbild: Es ist ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat, wenn parlamentarische Ausschüsse polizeiliche Basisarbeit übernehmen müssen. Dass zentrale Augenzeugen wie der Baggerfahrer oder Ersthelfer bisher kaum befragt wurden, nährt den Verdacht der gezielten Desinformation. (Transparenz? Fehlanzeige). Hier wird nicht nur ein Todesfall untersucht, sondern der Zerfall staatlicher Glaubwürdigkeit live übertragen.

Zwischen den Zeilen: Die FPÖ füllt das Vakuum, das durch die Passivität der Ermittlungsbehörden entstanden ist.

  • Die Opposition übernimmt die Arbeit der Polizei, indem sie Schlüsselfiguren direkt vom Fundort verhört.
  • Fakt: Innenminister Karner hält den Auswertungsbericht der Smartwatch zurück. Und niemand weiß warum.
  • Die Befragung zielt auf Details ab: Wie tief stand der Feuerwehrmann im Wasser und welche Verletzungen könnten bei der Bergung entstanden sein?

Was bleibt über: Wenn ein Baggerfahrer glaubwürdiger erscheint als das Innenministerium, ist das Vertrauen in die Institutionen endgültig begraben. Übrig bleibt der bittere Nachgeschmack einer inszenierten Nebelkerze.

Warum das wichtig ist: Dieser Ausschuss ist weit mehr als politisches Geplänkel vor der Wahl. Er ist ein Stresstest für die Gewaltentrennung in Österreich. Wenn sich herausstellt, dass Beweismittel wie die Smartwatch-Daten aus politischem Kalkül unterdrückt wurden, haben wir es mit Amtsmissbrauch auf höchster Ebene zu tun. Die ÖVP steht unter massivem Druck, denn jeder Zweifel an der Suizid-Theorie beschädigt das Narrativ der Partei massiv.

Quellen:

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