Worum es geht: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) legt in der Anfragebeantwortung 6023/AB zu 6647/J vom 15. September 2026 offen, dass Förderungen an wehrpolitische Vereine und den Österreichischen Heeressportverband 2027 um 3,2 Prozent und 2028 um 5,8 Prozent sinken. Denselben Satz legt sie auf Forschungsprojekte und die Europäische Friedensfazilität. Die Summe der Abschläge steigt von 899.840 Euro 2027 auf 1.630.960 Euro 2028.
Im Detail: Anfragebeantwortung 6023/AB | Anfrage 6647/J
Zahlen auf einen Blick: Basisjahr ist 2026 mit 28.120.000 Euro. Davon entfallen 120.000 Euro auf Vereine und ÖHSV, 3.000.000 Euro auf nationale und kofinanzierte Forschungsprojekte (WFE) und 25.000.000 Euro auf die EPF. 2028 bleiben 113.000, 2.826.000 und 23.550.000 Euro. Der Vereinstopf verliert 6.960 Euro, die Fazilität 1.450.000 Euro.
- Österreichische Offiziersgesellschaft: 11.000 Euro (2026).
- Österreichische Unteroffiziersgesellschaft: 12.000 Euro.
- Österreichische Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik: 6.000 Euro.
- Gesellschaft für Politisch-Strategische Studien: 3.600 Euro.
- Österreichischer Heeres-Sport-Verband: 73.900 Euro.
- Milizverband Österreich / Bundesvereinigung der Milizverbände: je 6.500 Euro.
- Österreichischer Kameradschaftsbund: 500 Euro; 2026 zusätzlich gefördert.
Der Konflikt: Abgeordneter Christoph Steiner (FPÖ) fragte unter dem Titel „NGO-Fördermillionen auf dem Prüfstand“, wie ernst die Regierung die Konsolidierung im NGO-Bereich meint. Tanner antwortet mit dem Vereins- und ÖHSV-Schnitt plus WFE und EPF. Die restriktiven Förderkriterien für die Vereine bleiben. Vor-Ort-Kontrollen gibt es nicht, nur nachträgliche Belegprüfung.
Zwischen den Zeilen: Bei der EPF schreibt das Ressort, die Auszahlungen würden grundsätzlich im gleichen Ausmaß sinken, „wobei hinsichtlich der EPF jedoch die weiteren sicherheitspolitischen Entwicklungen abzuwarten sind“. Die Abschläge seien im Bundesvoranschlag gegenüber den Bedarfen berücksichtigt. Die große Zahl hängt also an einem Posten, den Brüssel und die Lage wieder aufblasen können.
Was fehlt: Fragen zum Transparenzportal, zur historischen Übersicht und zu NGO-Zahlungen über Universitäten weist Tanner ab, weil sie nicht in den Vollzug des BMLV fallen. Ob Doppelförderungen über Länder und Gemeinden systematisch greifen, bleibt die übliche Mitteilungspflicht im Bund.
Warum das wichtig ist: FoB hat die EPF schon als Rechnung an UG 14 beschrieben, nicht als Vereinsförderung. Wer 5,8 Prozent nur über Offiziersgesellschaft und Kameradschaftsbund erzählt, lässt 25 Millionen Basis und 1,45 Millionen Abschlag 2028 außen vor.
Wenn das Budget brennt, müssen eben auch die treuesten Vereine den Gürtel enger schnallen.
Frank sagt:
Go depper: BMLV: Über 650.000 Euro für Flüge im zweiten Quartal 2026
