Digitaler Euro rollt

Ursula von der Leyen - Sepa Media - Martin Juen - FoB
Redaktion

Die EU-Finanzminister verständigen sich auf den Aufbau einer digitalen europäischen Währung. EU-Kommissar Valdis Dombrovskis feiert den Schritt als Meilenstein, während die FPÖ von einem demokratiepolitischen Offenbarungseid spricht. Eine finale Entscheidung zur Einführung fällt frühestens 2026.

Aktueller Anlass:

  • Einigung in Brüssel: Die Finanzminister der Euro-Zone erzielen eine politische Einigung zum digitalen Euro.
  • Abschluss: Der EU-Rat plant den formalen Abschluss des Verfahrens für Anfang der Woche.

Wer sagt was:

  • Valdis Dombrovskis: Der EU-Wirtschaftskommissar spricht von einem wichtigen Meilenstein und erwartet die Position der Mitgliedstaaten bis Weihnachten.
  • Verkündung: Die dänische Finanzministerin Stephanie Lose bestätigt den Durchbruch am Freitag.
  • Alexander Petschnig: Der FPÖ-Sprecher für Geld- und Währungspolitik kritisiert das Vorgehen scharf als demokratiepolitischen Offenbarungseid.

Hintergrund: Laufzeit: Das Gesetzesverfahren startete vor zweieinhalb Jahren. Der digitale Euro soll die Abhängigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs von US-Konzernen verringern. Nach der Positionierung des EU-Rats folgen Verhandlungen mit dem Europaparlament.

Im Detail: Der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments plant seinen Beschluss voraussichtlich für Mai 2026. Wenn der gesetzliche Rahmen steht, entscheidet allein die Europäische Zentralbank über die Einführung.

Was zu tun ist:

  • Rechtssicherheit schaffen: Die FPÖ fordert harte rechtliche Schranken statt unverbindlicher Zusagen zur Freiwilligkeit der Nutzung.
  • Verhandeln: EU-Rat und Europaparlament müssen sich auf einen endgültigen Gesetzestext einigen.

Politische Einordnung: Die EU treibt das Projekt voran und sichert die Hoheit über die eigene Währungsinfrastruktur. Kritiker orten eine Machtkonzentration im Hinterzimmer unter Ausschluss der nationalen Parlamente.

Zitat des Tages:

  • Alexander Petschnig: „Es gibt keine breite Information, keine parlamentarische Schwerpunktdebatte, keine Bürgerbefragung. Stattdessen wird still und leise ein System vorbereitet, das enorme Macht über Zahlungsströme konzentriert.“

Warum das wichtig ist: Es geht um die künftige Ausgestaltung des Geldsystems sowie um Privatsphäre und Zahlungsfreiheit. Ohne klare Regeln und Akzeptanz drohen massive Eingriffe in die finanzielle Selbstbestimmung der Bürger.

Quellen

handelsblatt.com →

ots.at →

Share This Article
Keine Kommentare