In drei Sätzen: Der französische Politiker Florian Philippot wollte am 15. April 2026 abends mit rund 150 Anhängern ein Diner-Réunion in der Buvette des Sportparks Trois Tilleuls in Watermael-Boitsfort bei Brüssel abhalten. Der Bürgermeister David Leisterh von der liberalen MR-Partei erließ kurzfristig einen „Arrêté Municipal“ und verbot die Veranstaltung. Die Polizei rückte an, umstellte das Lokal und verweigerte allen Teilnehmern den Zutritt, sodass Philippot schließlich auf der Straße mit seinen Unterstützern diskutierte.
Der Auslöser: Die Gemeinde erfuhr erst gegen 17 Uhr von dem geplanten Event für 19 Uhr. Daraufhin untersagte der „Bourgmestre“ das Treffen wegen fehlender Genehmigung, zu kleiner Räumlichkeiten und drohendem Risiko für die öffentliche Ordnung. Etwa zehn Polizisten und mehrere Streifenwagen sorgten für die Durchsetzung des Verbots.
Wer sagt was:
- David Leisterh erklärte: „Ich habe die Organisatoren benachrichtigt, dass ich das Ereignis untersage, aufgrund eines Risikos der Störung der öffentlichen Ordnung. Die Veranstaltung hatte keine Genehmigung erhalten und es waren zu viele Gäste für einen zu kleinen Raum vorgesehen.“
- Florian Philippot und seine Anhänger bezeichneten das Vorgehen als Skandal und Zensur. Sie sprachen von einer europäischen Diktatur, die nicht einmal mehr ein einfaches Essen mit EU-Kritikern dulde.
Das Sittenbild: Offiziell ging es nur um Sicherheitsvorschriften und eine fehlende Meldung der Veranstaltung. In der Praxis wirkt das Verbot übertrieben, weil es einen prominenten EU-Gegner traf und mit massiver Polizeipräsenz durchgesetzt wurde. Der Widerspruch liegt darin, dass formale Regeln plötzlich streng angewendet werden, wenn es um unerwünschte politische Stimmen geht.
Das große Ganze: In Brüssel, dem Sitz der EU-Institutionen, soll offenbar kein sichtbares Treffen von Souveränisten stattfinden. Ähnliche Fälle zeigen, dass linke oder pro-Migrationsveranstaltungen oft weniger streng geprüft werden. Das nährt den Verdacht selektiver Rechtsanwendung.
Zwischen den Zeilen:
- Bei dem Lokal handelt es sich um eine kleine Kantine, die nicht für 150 Personen ausgelegt ist.
- Das Event wurde als öffentliches „Diner-Réunion“ angekündigt, nicht als rein privates Essen.
- Philippot blieb vor Ort und sprach mit den abgewiesenen Teilnehmern direkt auf der Straße.
- Die Polizei diskutierte mit Philippot im Inneren, bevor der Zutritt endgültig verweigert wurde.
- Teilnehmer reisten aus Charleroi, Liège und Ciney an und wurden vor der Tür abgewiesen.
Die andere Sicht: Der Bürgermeister und die Mainstream-Berichte betonen die Einhaltung von Vorschriften. Sie sehen darin kein politisches Verbot, sondern die normale Durchsetzung von Sicherheits- und Versammlungsregeln. Ein zu kleiner Raum mit zu vielen Menschen birgt reale Risiken, unabhängig von der politischen Ausrichtung.
Warum das wichtig ist: Wenn selbst ein angekündigtes politisches Essen in einer Kantine mit Polizeigewalt verhindert wird, zeigt das, wie eng der Spielraum für abweichende Meinungen in Brüssel geworden ist. Die EU predigt Demokratie und Freiheit, praktiziert aber offenbar etwas anderes, sobald Kritiker vor der eigenen Haustür auftreten wollen. Klassischer Fall von: Regeln für alle, aber besonders streng für die Kritiker.
Quellen:

