In drei Sätzen: In Wien macht die Volkshilfe Österreich zum Weltfrauentag auf die prekäre Lage von Pensionistinnen aufmerksam, die aufgrund massiver Teuerungen unter existenzieller Not leiden. Jede fünfte Frau ab 65 Jahren ist aktuell von Armut bedroht, da die durchschnittlichen Pensionen von Frauen rund 40 Prozent unter denen der Männer liegen. Angesichts hoher Mieten und steigender Energiekosten fordert die Organisation strukturelle Reformen sowie eine sofortige Anhebung der Ausgleichszulage, um das Überleben der Betroffenen zu sichern.
Der Auslöser: Der bevorstehende Weltfrauentag dient als Anlass, um die strukturelle Benachteiligung von Frauen im österreichischen Pensionssystem zu kritisieren. Die Volkshilfe weist darauf hin, dass die aktuelle Ausgleichszulage von rund 1.230 Euro nicht ausreicht, um die realen Lebenskosten zu decken.
Wer sagt was:
- Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe, betont die drastische Realität: „Frauen bekommen durchschnittlich 40 Prozent weniger Pension als Männer“.
- Judith Ranftler aus der Geschäftsleitung ergänzt mit Blick auf die Teuerung: „Kommen noch gesundheitliche Ausgaben hinzu, müssen sich die Betroffenen zwischen Heizen oder Essen entscheiden. Das darf nicht sein“.
Das Sittenbild: Die Kombination aus Gender-Pay-Gap und unbezahlter Care-Arbeit führt zu einer systematischen Benachteiligung im Alter. Neben materieller Not prägen Scham, soziale Isolation und gesundheitliche Belastungen den Alltag der betroffenen Frauen.
Zwischen den Zeilen:
- Die mittlere Pension von Frauen in Österreich liegt derzeit unter der offiziellen Armutsgefährdungsschwelle.
- Geldmangel führt bei den Betroffenen häufig zu Ernährungsarmut und einem kompletten sozialen Rückzug.
Follow the money: Die Ausgleichszulage ist mit 1.230 Euro gedeckelt, während die Lebenshaltungskosten für Miete, Energie und Lebensmittel massiv gestiegen sind.
Warum das wichtig ist: Wenn das staatliche Sicherungssystem Frauen nach einem Arbeitsleben in die Wahl zwischen warmer Wohnung oder Essen am Teller zwingt, ist der Sozialstaat gescheitert. Wer heute die Care-Arbeit nicht fair verteilt, produziert morgen die nächste Generation an Bittstellerinnen im Supermarkt. Ein absolutes Armutszeugnis für ein reiches Land wie Österreich.
Quellen: Volkshilfe Österreich
