In drei Sätzen: Die renommierte US-Universität Harvard hat den aus Österreich stammenden Biomathematiker Martin Nowak am Donnerstag aufgrund belastender Informationen aus den sogenannten Epstein-Akten offiziell beurlaubt. Diese Entscheidung folgt auf Veröffentlichungen des US-Justizministeriums, die neue Details über die langjährigen persönlichen Kontakte sowie großzügige Forschungsspenden des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein an den Professor offenlegten. Eine formelle interne Untersuchung soll nun klären, inwiefern Nowak durch diese Verbindungen und die Bereitstellung eines privaten Büros für Epstein die geltenden Standards der Universität verletzt hat.
Der Auslöser: Die Universitätszeitung „The Harvard Crimson“ berichtete aktuell über die Suspendierung, nachdem neue Dokumente des Justizministeriums auftauchten. Diese Akten werfen ein neues Licht auf das Naheverhältnis zwischen dem Wissenschaftler und dem verurteilten Straftäter Epstein
Wer sagt was: Die Fakultätsleitung teilte in einem veröffentlichten Brief mit, dass die neuen Informationen „neue Informationen über Professor Nowak zutage treten lassen“ haben. Bisher wurden jedoch keine strafrechtlichen Anschuldigungen direkt gegen Nowak erhoben, wie aus dem Quellmaterial hervorgeht.
Das Sittenbild: Der Fall zeigt das problematische Geflecht zwischen Elite-Forschung und umstrittenen Geldgebern auf. Obwohl Nowak bereits 2020 vorübergehend suspendiert war und die Einschränkungen 2023 endeten, zwingen die neuen Details aus den Epstein-Files die Universität nun zu einer weitaus strengeren formellen Prüfung der ethischen Richtlinien.
Zwischen den Zeilen:
- Martin Nowak stellte Jeffrey Epstein an seinem Institut ein eigenes Büro zur Verfügung.
- Der Biomathematiker wurde von Epstein sogar namentlich in dessen Testament bedacht.
- Die aktuelle Untersuchung fokussiert sich primär auf die Verletzung interner Universitätsvorgaben.
- Jeffrey Epstein entging 2008 durch einen umstrittenen Deal in Florida einem Bundesverfahren.
Follow the money: Epstein unterstützte Nowaks Forschung jahrelang mit großzügigen Spenden und sicherte ihm zusätzlich finanzielle Mittel über sein Testament zu. Die genaue Gesamtsumme dieser Zuwendungen steht im Zentrum der internen Revision durch die Harvard-Fakultät.
Die andere Sicht: Bisher wurden keine strafrechtlichen Vorwürfe gegen Martin Nowak erhoben. Zudem wurden frühere Einschränkungen gegen den Professor durch die Universität im Jahr 2023 bereits einmal vollständig aufgehoben, bevor die neuen Akten auftauchten.
Warum das wichtig ist: Die Beurlaubung verdeutlicht, dass die Aufarbeitung des Epstein-Skandals die akademische Welt weiterhin massiv erschüttert.
Quelle: kurier.at
