Luxusgut Kind: Hohe Schulkosten belasten Familien

Eltern in Österreich sehen sich jährlich mit durchschnittlichen Kosten von 2.200 Euro pro Kind für den Schulbesuch konfrontiert. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt die hohe finanzielle Belastung auf, insbesondere an AHS-Oberstufen und berufsbildenden Schulen. Die Forderungen nach Entlastung werden lauter.

Redaktion

Die Schulkosten belaufen sich laut einer Untersuchung der Arbeiterkammer auf durchschnittlich 2.223 Euro pro Kind und Jahr. Besonders hohe Ausgaben fallen in der Sekundarstufe 2 an, wo Eltern im Schnitt 2.592 Euro pro Jahr aufwenden müssen. Dies betrifft vor allem Kosten für EDV-Ausstattung und spezielles Schulmaterial, das für den Unterricht erforderlich ist. An Volksschulen und in der AHS-Unterstufe sind die Kosten mit durchschnittlich 2.254 bzw. 2.097 Euro etwas geringer, doch auch hier spüren viele Eltern die finanzielle Belastung.

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Schulstart besonders teuer

Die Untersuchung zeigt, dass die höchsten Ausgaben meist zu Beginn und am Ende des Schuljahres anfallen. Am Schulstart müssen Eltern vor allem für allgemeine Schulsachen, wie Hefte und Bücher, tief in die Tasche greifen. Zum Schuljahresende kommen Kosten für Exkursionen, Sportwochen und vermehrte Nachhilfe hinzu. AK-Präsidentin Renate Anderl betonte in diesem Zusammenhang, dass der Schulbesuch an öffentlichen Schulen eigentlich kostenlos sein sollte. „Viele Eltern können sich diese großen finanziellen Brocken nur schwer leisten,“ so Anderl.

Völlig kostenlosen Schule?

Angesichts der hohen Kosten fordern immer mehr Stimmen eine völlige Schulgeldfreiheit, die auch Lernmaterialien und Schulveranstaltungen umfasst. FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl fordert, dass die Schulgeldfreiheit auch auf Hefte und Zeichenutensilien ausgeweitet wird. Die SPÖ und die Volkshilfe drängen auf die Einführung beitragsfreier Ganztagsschulen und einer Kindergrundsicherung, um die Bildungsungerechtigkeit in Österreich zu bekämpfen.

Kritik an der Regierung

Die Kritik richtet sich zunehmend an die Regierung, die laut den Experten der Arbeiterkammer und des ÖGB die Familien nicht ausreichend unterstützt. „Während Eltern zu Schulbeginn mit der enormen Kostenexplosion kämpfen, schaut die Regierung zu,“ kritisierte ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann. Die Volkshilfe fordert neben einer tatsächlichen kostenlosen Schule auch eine finanzielle Entlastung der Familien durch eine umfassende Kindergrundsicherung.

Fazit und Ausblick

Die Debatte um die Schulkosten zeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die finanzielle Belastung der Familien zu senken und den Zugang zu Bildung gerechter zu gestalten.

Quelle

vienna.at

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