In drei Sätzen: Das staatliche Ö3 spielt zum ersten Mal einen reinen Parteisong in den Charts, weil die John Otti Band mit „Immer vorwärts FPÖ“ den 20. Platz stürmte. Während die Opposition den medialen Raum erobert, analysiert der Staatsfunk das Phänomen mit gewohnter Distanz, um die eigene Relevanz zu retten. Der Vorfall entlarvt die Hilflosigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegenüber popkulturellen Manövern.
Der Auslöser: Am späten Montagabend erklang in der Sendung „Ö3 Austria Top 40“ eine gekürzte Fassung des FPÖ-Liedes, nachdem Verkäufe und Streams den Song in die Wertung katapultiert hatten.
Wer sagt was: Peter Filzmaier (Politikwissenschaftler, Universität) erklärte, dass Musik eine Feel-Good-Atmosphäre ohne kritische Fragen schafft.
Das Sittenbild: Die Elite im Funkhaus wirkt überrumpelt von einer Dynamik, die sie selbst durch starre Strukturen und mangelnde Marktähe befeuert hat.
Zwischen den Zeilen:
- Die FPÖ nutzt ihren eigenen Sender „Austria first“ zur strategischen Befeuerung von Streaming-Zahlen.
- Andere Parteien scheitern bisher kläglich an dem Versuch, ähnliche musikalische Reichweiten ohne Fremdschämfaktor zu generieren.
Follow the money: Die Erreichung von Platz 20 generiert Tantiemen, während der ORF jährlich rund 700.000.000 Euro an Haushaltsabgaben für sein Programm verschlingt.
Warum das wichtig ist: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nun selbst Opfer seiner eigenen Regeln. Wenn Parteisongs die Charts kapern, entlarvt dies die Hilflosigkeit eines Systems, das den digitalen Dynamiken nichts mehr entgegenzusetzen hat. Die FPÖ beweist hier eindrucksvoll, dass sie den Nerv der Zeit getroffen hat, während der ORF unfreiwillig zur Werbebühne für seine schärfsten Kritiker mutiert.
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