Prozess um SOS-Kinderdorf

Redaktion
Sujetbild Kind - Gargonia - Adobe Stock - FoB Szyle

Die Staatsanwaltschaft Salzburg klagt einen ehemaligen Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs wegen schweren sexuellen Missbrauchs an. Der Fall in Seekirchen reiht sich nahtlos in eine Serie von Skandalen ein, die das einstige Vorzeige-Image der Organisation zertrümmern. Was als sicherer Hafen für Kinder gedacht war, entpuppt sich erneut als Ort des Schreckens und der institutionellen Überforderung.

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Aktueller Anlass: Ein 57-jähriger Österreicher muss sich vor Gericht verantworten, weil er als Familienhelfer in Seekirchen über drei Jahre hinweg Kinder missbraucht und genötigt haben soll.

Wer sagt was:

  • SOS-Kinderdorf: „Der damalige Mitarbeiter wurde unverzüglich dienstfrei gestellt und das Dienstverhältnis im September 2019 beendet.“

Hintergrund: Der Angeklagte nutzte seine Machtposition schamlos aus. Laut Anklage vergriff er sich an zwei unmündigen Mädchen im Brust- und Schambereich und zwang eines der Opfer sowie einen achtjährigen Jungen durch Ohrenziehen und Drohungen zum Schweigen und Aufräumen.

Besonders bitter: Der Mann ist bereits einschlägig vorbestraft, da er sich schon zwischen 2011 und 2013 an einem Kind vergangen hatte, diese Verurteilung erfolgte jedoch erst 2021.

Im Detail:

  • Der Fall ist kein Einzeltäter-Phänomen, sondern Symptom einer tiefen Krise.
  • Erst kürzlich enthüllte ein Bericht massive Missstände in Kärnten und Tirol, wo Kinder über Jahre misshandelt und gedemütigt wurden.
  • Sogar gegen den Gründer Hermann Gmeiner stehen mittlerweile schwere Vorwürfe im Raum, was die Organisation zu einer kompletten Neuaufstellung zwang.

Was zu tun ist: Die lückenlose juristische Aufarbeitung ist Pflicht, reicht aber nicht aus. Es braucht externe Kontrollmechanismen, die greifen, bevor Täter überhaupt in die Nähe von Kindern kommen.

Warum das wichtig ist: Wenn Institutionen wie das SOS-Kinderdorf versagen, verlieren die Schwächsten der Gesellschaft ihren letzten Schutz. Das Vertrauen in private Träger der Jugendwohlfahrt ist massiv beschädigt. Jeder neue Fall bestätigt den Verdacht, dass hier jahrelang weggeschaut wurde, um einen Schein zu wahren.

Quelle:
APA

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