Sechs Tage gefoltert

Gleichgültigkeit der Nachbarn macht ein Menschenleben in Wien wertlos.

Sujetbild - Gewalt an Frau - Adobe Stock - FoB Style
Redaktion

In drei Sätzen: Eine 26-jährige Frau wurde tagelang in ihrer Wiener Wohnung nahe dem Belvedere gefoltert. Die Polizei fand sie erst nach sechs Tagen, nachdem ihre Mutter sie als vermisst gemeldet hatte. Während die Elite im Schloss nebenan Champagner schlürft, verrottet der Pöbel im Souterrain-Loch.

Der Auslöser: Die Mutter kann ihre Tochter nicht erreichen und erstattet eine Vermisstenanzeige. Daraufhin bemüht sich die Polizei zur Wohnung. Dort brechen die Tür auf und finden eine „Szenerie des Grauens“.

Wer sagt was: Markus Dittrich, Polizeisprecher, erklärt die Ermittlungen laufen „auf Hochtouren“ (Wir haben keine Ahnung, wer der Täter ist, aber die Presseaussendung klingt proaktiv).

Das Sittenbild: Willkommen in Wien, der angeblich lebenswertesten Stadt der Welt, wo man eine Woche lang unbemerkt gefoltert werden kann. Die Nachbarn haben nichts gehört, nichts gesehen. Die vielbeschworene soziale Wärme ist ein kaltes PR-Märchen. Beim Lokalaugenschein der „Krone“ bot sich ein bestialischer Geruch“.

Zwischen den Zeilen: Man wird von einem „isolierten Einzelfall“ sprechen, um das System zu schützen. Die Wahrheit ist: Ein ganzes Haus war sechs Tage lang taub und blind. Das ist kein Einzelfall, sondern das Symptom einer Gesellschaft, in der Anonymität und Gleichgültigkeit regieren.

Warum das wichtig ist: Dieser Fall zeigt brutal: Dein Leben ist weniger wert als die Ruhe deiner Nachbarn und die Mühlen einer Bürokratie, die erst mahlt, wenn es bereits zu spät ist. In einem Viertel, in dem Anwohner ihre Türen mit Eisengittern sichern, wird die Illusion der heilen Welt endgültig zur Farce. Die 26-jährige Oberösterreicherin kämpft ums Überleben.

Quelle: krone.at

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