Dreist: Ex-Minister Anschober fordert Aufklärung in der RKI-Files-Affäre

In einem Interview mit der ZiB2 äußerte sich der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober kritisch über die Corona-Politik und fordert eine umfassende Aufklärung der Maßnahmen während der Pandemie. Er reflektierte seine Amtszeit und gestand Fehler ein.

Sujetbild-Corona Bestimmungen Klaus Hausmann - Pixabay
Redaktion

Bisher unveröffentlichte Protokolle des Robert Koch-Instituts zur Corona-Pandemie in Deutschland sorgen derzeit für Unruhe im politischen Sommer.

Dank eines Whistleblowers liegen die RKI-Protokolle vollständig und ungeschwärzt vor und enthüllen, wie die Politik die Menschen wider besseres Wissen in die Irre führte.

In den Krisenstabssitzungen wurde bereits im November 2021 – rund ein halbes Jahr vor der Impfpflicht-Abstimmung – die Verbreitung des falschen Narrativs einer „Pandemie der Ungeimpften“ offen angeprangert. Gleichzeitig resignierte man, dass die Kommunikation zur Impfwirksamkeit nicht mehr geändert werden könne.

Der Whistleblower übergab die Protokolle der Journalistin Aya Velazquez und beendete somit den unwürdigen und antidemokratischen Kampf der deutschen Bundesregierung gegen Transparenz.

RKI Files als Auslöser für ZIB 2 Interview

Anschober kritisierte die Corona-Maßnahmen seiner Amtszeit und räumte Fehler ein. Insbesondere der Begriff „Pandemie der Ungeimpften“ sei ein Fehler gewesen.

„Diese Begrifflichkeit war ein Fehler aus meiner Sicht,“ sagte Anschober und fügte hinzu, dass dies dennoch in guter Absicht geschehen sei. „Es hat in den ersten Monaten der Pandemie Stärken gegeben, Sachen die richtig gemacht wurden, aber auch Fehler.“

Generelle Aufklärung

Anschober sprach sich für eine generelle Aufklärung der Corona-Maßnahmen aus, um für zukünftige Pandemien besser gerüstet zu sein. „Damit wir beim nächsten Mal besser aufgestellt sind,“ so Anschober. Diese Aufarbeitung solle europaweit erfolgen, da es sich um eine internationale Pandemie gehandelt habe. „Wir hätten europaweit gemeinsam handeln müssen.“

Schlechte Impfkommunikation

Ein weiterer kritischer Punkt war die Kommunikation während der Pandemie. Anschober bedauert, dass teilweise mit Angst gearbeitet wurde. „Wir haben in der Bundesregierung viel über diesen Punkt diskutiert, wie man kommuniziert. Auch da hat es keine Erfahrungen gegeben,“ sagte er. Anschober betonte, dass er stets für eine motivierende und hoffnungsvolle Kommunikation eingetreten sei.

Verantwortung der Politik

Trotz der Eingeständnisse von Fehlern hält Anschober an den damaligen Entscheidungen fest und verweist auf die Expertisen der Zeit. Er betont jedoch, dass die endgültigen Entscheidungen stets bei der Politik lagen. „Die Endentscheidung ist immer eine Frage der Politik, denn dafür trägt die Politik die Verantwortung.“

Ungeklärte Fragen

Zum Abschluss des Interviews vermied Anschober eine klare Antwort auf die Frage, ob die Regierung stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe, und verwies auf den damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Da müssen Sie den Kanzler fragen,“ antwortete Anschober und verdeutlichte damit die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Regierung.

Fazit und Ausblick

Insgesamt fordert der ehemalige Gesundheitsminister eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen, um aus den gemachten Fehlern zu lernen und zukünftige Pandemien besser zu bewältigen.

Quelle

velazquez.press

ZIB 2

Report24

oe24.at

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