Der grüne Goldgräber

Ex-Grüner Klassenkämpfer berät heute Großunternehmen beim Umgang mit Gesetzen.

Redaktion
Michel Reimon - SEPA.Media Martin Juen - FoB Style

Früher Klassenkämpfer, heute Kommunikationsberater. Michel Reimon, einst das linke Gewissen der Grünen im EU-Parlament, hat 2024 die Seiten gewechselt. Nun verkauft er ausgerechnet jenen Grußunternehmen und Konzernen die Strategien, um mit den Gesetzen umzugehen, die seine eigene Partei mitbeschlossen hat.

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Der Auslöser: Der ehemalige EU-Mandatar bietet jetzt Coachings für Unternehmen an, die unter „massivem Kommunikationsdruck“ stehen.

Was sie sagen: „Man kann sich dagegen wehren oder das glaubwürdig leben“, flötet Reimon heute in bestem PR-Sprech. Früher klang das anders. Jetzt nennt er die harte Transparenzpflicht ein „kulturelles Signal“ und eine „Chance“.

Das Sittenbild: Reimon nutzt sein Insiderwissen über EU-Richtlinien, um sich als Retter der Chefetagen zu inszenieren. Das Systemversagen der Regierung spielt ihm dabei in die Hände. Unsicherheit verkauft sich gut. Besonders, wenn man früher auf der anderen Seite des Tisches saß und genau weiß, wie man moralischen Druck aufbaut.

Zwischen den Zeilen: Hier wird Ideologie monetarisiert.

  • Der Wandel: Vom Kritiker der Mächtigen zum „Organisationsentwickler“ für die Industrie.
  • Die Taktik: Er warnt vor einem „Riss durch die Belegschaft“ und „Konfliktpotenzial“.
  • Das Angebot: Er verspricht, Konflikte „gering zu halten“. Ein Ex-Grüner als betrieblicher Feuerlöscher gegen Lohnforderungen? Ironie, lass nach.

Follow the money: Reimon betreibt nun eine „Werkstatt für Kommunikation“. Honorare für Krisen-PR bei drohenden Gender-Pay-Gap-Skandalen als Konjukturmotor.

Was bleibt über: Moral ist gut, Beratungshonorar ist besser. Reimon beweist: Wer lange genug gegen das System kämpft, wird irgendwann dessen bestbezahlter Dienstleister.

Warum das wichtig ist: Wenn Vorkämpfer für Gerechtigkeit plötzlich den Unternehmen helfen, „Ungleichbehandlungen“ kommunikativ zu glätten, verliert die Politik ihre Glaubwürdigkeit. Der Bürger sieht nur noch: Oben richtet man es sich. Egal, welche Farbe das Parteibuch früher hatte.

Quellen:

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