Dubiose BMI-Schulungen aufgedeckt

Innenministerium briefte Zeugen: Causa Pilnacek versinkt im schwarzen Sumpf.

Redaktion
Christian Hafenecker - Sepa Media - Michael Indra

Das sorgsam errichtete Narrativ der Volkspartei rund um den Tod von Christian Pilnacek fällt gerade wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Während das schwarz geführte Innenministerium polizeiliche Zeugen vor ihrer Aussage in dubiose „Schulungen“ schickt, werden die Widersprüche rund um den Leichenfund mittlerweile ohrenbetäubend. Es geht hier längst nicht mehr nur um eine menschliche Tragödie. Es geht um den handfesten Verdacht, dass der Staatsapparat die Wahrheit so lange biegt, bis sie passt.

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Der Auslöser: Christian Hafenecker zog nach der heutigen Befragung im Untersuchungsausschuss eine vernichtende Zwischenbilanz. Der freiheitliche Fraktionsvorsitzende legte massive Diskrepanzen zwischen den Zeugenaussagen und der offiziellen Version des Leichenfundes offen.

Wer sagt was:

  • Hafenecker nimmt kein Blatt vor den Mund: „Mit jeder einzelnen Auskunftsperson erfahren wir mehr darüber, was tatsächlich am Tag des Auffindens des Leichnams abgelaufen ist.“
  • „Man bietet den Beamten ‚Hilfestellung‘ an. Da stellt sich doch unweigerlich die Frage: Was waren die genauen Inhalte dieser Schulungen?“
  • Sein Fazit ist eindeutig: „Der Verdacht der versuchten Einflussnahme steht jedenfalls massiv im Raum!“

Das Sittenbild: Das ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom eines Systems, das Kontrolle scheut wie der Teufel das Weihwasser. Dass ein ÖVP-geführtes Ministerium Zeugen „coacht“, bevor diese unter Wahrheitspflicht vor dem Parlament aussagen, lässt tief in das Demokratieverständnis der türkisen Akteure blicken. Es ist der verzweifelte Versuch, die Deutungshoheit über einen Skandal zu behalten, der die Republik zu erschüttern droht.

Zwischen den Zeilen: Hier wird offensichtlich, wo das offizielle Protokoll von der Realität abweicht.

  • Die Zeugen widersprechen sich beim Zustand der Leiche diametral: Ein Polizist beschreibt sie als „gräulich, bläulich“, der Baggerfahrer hingegen sah sie „komplett weiß wie ein Papier“.
  • Beweismittel tauchen auf oder verschwinden: Ein Feuerzeug wurde gefunden, aber von einem USB-Stick oder einer Smartwatch will der befragte Feuerwehrmann nichts wissen.
  • Die Zeitlinien passen nicht zusammen: Die Angehörigen suchten angeblich schon viel früher gemeinsam, als sie offiziell angegeben haben.

Was bleibt über: Ein toter Sektionschef, verschwundene Beweismittel und ein nervöses Ministerium, das Zeugen briefen muss. Das riecht weniger nach Aufklärung und mehr nach einer Putzaktion eines panischen Machtapparats.

Warum das wichtig ist: Wenn die Exekutive die Kontrollinstrumente der Legislative durch Zeugenbeeinflussung manipuliert, wird die Gewaltenteilung sichtbar ausgehöhlt. Dieser Ausschuss ist das einzige Instrument, das verhindert, dass der Fall im Archiv des Innenministeriums verschwindet.

Quellen:

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