Kinderhaft im digitalen Käfig

Social-Media-Verbot: Zensur unterm Deckmantel für Jugendliche.

Alexander Pröll - SEPA.Media - Michael Indra - FoB AI
Redaktion

Die Regierung aus SPÖ, ÖVP und NEOS plant den digitalen Riegel für Jugendliche unter 14 Jahren, wobei die Freiheit der nächsten Generation dem Schutzmantel des Staates geopfert wird. Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) forcieren ein Verbot, das bis Herbst 2026 stehen soll, um die Jugend vor den Gefahren der sozialen Medien zu bewahren. Ob das technisch überhaupt machbar ist, ohne einen totalen Überwachungsstaat zu errichten, bleibt das Geheimnis der Regierenden. Es ist der klassische Versuch, strukturelle Bildungsmängel durch Verbote zu kaschieren.

Der Auslöser: Staatssekretär Alexander Pröll kündigte im Ö1-Morgenjournal an, dass Österreich bereits im Herbst 2026 ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige umsetzen will. Damit orientiert sich die Bundesregierung am australischen Modell, das Plattformen zur Altersverifikation verpflichtet.

Wer sagt was:

  • ÖVP-Staatssekretär Alexander Pröll sagte: „Australien […] Das könnte eine Variante sein“.
  • NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter entgegnete: „Wir sehen ja in den USA, was passiert, wenn Tech-Oligarchen Daten sammeln […]“.
  • Andreas Babler (Medienminister, SPÖ) betonte: „Wir wollen Kinder nicht strafen, wir wollen sie schützen“.

Das Sittenbild: Hier zeigt sich ein tiefgreifendes Systemversagen in der digitalen Kompetenzvermittlung. Anstatt Jugendliche fit für das Netz zu machen, flüchtet sich die Politik in Verbotsphantasien nach australischem Vorbild. Dass dabei der Koalitionspartner NEOS aus Datenschutzgründen bremst, offenbart die Zerrissenheit einer Regierung, die zwischen Aktionismus und technischer Realität schwankt.

Zwischen den Zeilen: Die Umsetzung birgt massive Widersprüche und technische Hürden, die hinter moralischen Appellen versteckt werden.

  • Die technische Lösung für die Altersprüfung ist völlig unklar.
  • Eine europäische Lösung via ID-Austria wird erst für 2027 erwartet.
  • Österreich will schneller sein als die EU, riskiert aber einen nationalen Alleingang ohne Infrastruktur.
  • Die Verantwortung wird auf die Plattformen abgeschoben.

Was bleibt über: Ein politischer Placebo-Effekt, der die Freiheit der weiter Bürger einschränkt, während die tatsächlichen Probleme der Digitalisierung ungelöst bleiben. Wer Kinder schützen will, sollte in Bildung investieren, anstatt die nächste Generation aus dem digitalen Diskurs auszusperren.

Warum das wichtig ist: Dieser Vorstoß markiert einen Wendepunkt in der digitalen Souveränität Österreichs, da hier unter dem Deckmantel der Sicherheit massiv in die Privatsphäre eingegriffen wird. Wenn der Staat bestimmt, wer wann welche App nutzen darf, ist der Weg zur Totalüberwachung geebnet. Die Machtmechanik ist simpel: Angst vor technologischem Wandel wird genutzt, um staatliche Kontrolle zu legitimieren, während die Betroffenen – die Jugendlichen – keine Stimme haben.

Quellen:

apa.at

Share This Article
Keine Kommentare