In drei Sätzen: Herman Haluschtschenko, ehemaliger ukrainischer Energieminister, wurde am 15. Februar 2026 bei einem Fluchtversuch über die polnische Grenze festgenommen. Als mutmaßlicher Knotenpunkt im „Midas“-Korruptionsnetzwerk verkörpert er den strukturellen Sumpf, in den österreichische Steuergelder via Ukraine Energy Support Fund flossen. Die Festnahme löst eine massive Glaubwürdigkeitskrise für die österreichische Hilfspolitik aus.
Der Auslöser: Am Grenzübergang Jahodyn klickten die Handschellen, als Haluschtschenko trotz bestehender Ausreisesperre in einem Zug nach Warschau floh. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) bestätigte den Zugriff im Rahmen des „Midas“-Falls, was die Türen zu einem Skandal öffnet, den die heimische Politik bisher durch geflissentliches Wegsehen verschlossen hielt.
Wer sagt was:
- FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz: „Österreichische Millionen in Korruption versenkt – Festnahme muss nun zu Rückforderungen führen!“
- Das NABU (ukrainische Ermittlungsbehörde) meldete heute trocken: „Heute wurde der ehemalige Energieminister im Rahmen des Midas-Falls festgenommen“.
Das Sittenbild: Haluschtschenko stieg trotz massiver Vorwürfe wegen Kickbacks und Geldwäsche in der Energoatom-Ära bis zum Minister auf. Dass österreichische Spitzenpolitiker diesem Akteur persönlich Millionen zusagten, während EU-Warnungen und Korruptionsindizes bereits lautstark Alarm schlugen, dokumentiert die totale Ignoranz gegenüber strukturellen Risiken in höchsten Kreisen.
Zwischen den Zeilen:
- Der „Midas“-Fall umfasst mutmaßliche Schmiergeldzahlungen von bis zu 15 Prozent bei Staatsverträgen.
- Hauptverdächtige wie der Zelenskyj-Vertraute Tymur Mindich entzogen sich dem Zugriff bereits 2025 durch Flucht nach Israel.
- Gewessler betonte in ihrem Ministerratsvortrag vom 31. Jänner 2023, dass die Hilfe im Energiebereich eine „große Rolle“ spiele.
Follow the money: Gewessler forcierte per Ministerratsvortrag vom 31. Jänner 2023 die Ausweitung der Mittel auf insgesamt 10 Millionen Euro für den Ukraine Energy Support Fund.
Die andere Sicht: Haluschtschenko bezeichnete die Vorwürfe als „absolut gefälscht“ und betonte seine angebliche Kooperationsbereitschaft. Dieser Rechtfertigung stehen jedoch NABU-Audioaufnahmen gegenüber, in denen Haluschtschenko als Deckname der „Professor“ aufgenommen wurde.
Warum das wichtig ist: Die Ukraine muss nun proaktiv die lückenlose Transparenz über den Einsatz österreichischer Steuergelder belegen, um den Vorwurf der Beihilfe zur Korruption zu entkräften. Ohne eine detaillierte Erörterung der Mittelverwendung durch Kiew verkommt jede weitere Solidaritätsbekundung zur fahrlässigen Verschwendung öffentlicher Gelder.
Sollte man wissen: Gewesslers Spenden-Buddy verhaftet
Quellen:
