In drei Sätzen: FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann hat am 22. März 2026 die ÖVP scharf angegriffen, weil diese die Asylstatistik für Februar 2026 als Erfolg feiert. Das Innenministerium unter Gerhard Karner (ÖVP) meldete nur 850 Asylanträge insgesamt und 347 originäre Erstanträge, den niedrigsten Wert seit über zehn Jahren. Darmann bezeichnete jeden einzelnen Antrag als „zu viel“ und forderte einen sofortigen Asylstopp.
Der Auslöser: Die BMI-Asylstatistik für Februar 2026 zeigte massive Rückgänge bei Anträgen und illegalen Aufgriffen. ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti jubelte über die „erfolgreiche Asylwende“ und „gute Nachrichten für Österreich“. Darmann konterte prompt mit einer OTS-Aussendung und nannte den Jubel „Hohn gegenüber der eigenen Bevölkerung“.
Wer sagt was:
- Innenminister Gerhard Karner erklärte: „Die Maßnahmen wirken – das ist kein Grund zum Jubeln, sondern Auftrag, konsequent weiterzuarbeiten und die Zahlen durch weitere Maßnahmen nachhaltig abzusichern.“
- ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti: „Die niedrigsten Asylzahlen seit über zehn Jahren sind gute Nachrichten für Österreich.“ Er sprach von einer „erfolgreichen Asylwende“ durch Karner und betonte: „Die illegale Migration wird weiter gegen Null gedrängt.“
- FPÖ-Sprecher Gernot Darmann: „850 Asylanträge allein im Februar sind um genau 850 zu viel!“ Er nannte den ÖVP-Jubel „einen Schlag ins Gesicht für jeden Bürger“ und forderte: „Es braucht sofort einen Asylstopp mit der ‚Festung Österreich‘!“
Das Sittenbild: Die Asylzahlen sinken deutlich, Systeme wie Grundversorgung und Quartiere entlasten sich spürbar. Dennoch bleibt die Debatte polarisiert. Die einen sehen Entlastung für Steuerzahler und Sicherheit, die anderen eine anhaltende Belastung.
Das große Ganze: Der Rückgang passt in einen längeren Trend. Asylanträge in Österreich gingen 2025 zurück, europaweit sanken sie im Frühjahr 2026 um über 17 Prozent. Maßnahmen wie Grenzkontrollen, Aussetzen des Familiennachzugs und hohe Abschiebezahlen wirken, doch FPÖ warnt vor neuer Welle durch den Nahost-Konflikte im Iran.
Zwischen den Zeilen:
- Nur 347 originäre Erstanträge im Februar 2026 markieren den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt.
- Illegale Aufgriffe im Burgenland sanken seit 2023 um 97 Prozent auf minimale Werte.
- Im Februar 2026 verließen 2.270 Personen das Land, über die Hälfte zwangsweise.
- In der Grundversorgung leben nur noch 8.600 Asylwerber, der niedrigste Wert seit über 20 Jahren.
- Der Familiennachzug wurde auf 21 Härtefälle beschränkt, statt 294 im Vorjahr.
Follow the money:
- Für den Asylbereich (UG 18 Fremdenwesen) plante der Bund 2025 rund 694 Millionen Euro Auszahlungen, 2026 sollen es 621 Millionen Euro sein, mit deutlichem Rückgang bei der Grundversorgung auf 415 Millionen Euro.
- Diese Summen decken vor allem Unterbringung, Versorgung und Verfahren ab, wobei weitere Kosten in Sozialsystemen, Bildung und Gesundheit hinzukommen.
- Im Vergleich fließen in das Budget für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung (UG 31) 2025 33,6 Millionen Euro und 2026 34,1 Millionen Euro, hauptsächlich für Gewaltschutz, Beratungsstellen und Förderungen.
- Der 8. März hat einmal mehr deutlich gemacht, wo der Fokus in Österreich liegt: Während Asyl trotz sinkender Zahlen Hunderte Millionen Euro jährlich bindet, bleibt das spezifische Frauenbudget bei unter 35 Millionen Euro. Somit nur ein Bruchteil, der oft für Gewaltschutzzentren und Gleichstellungsmaßnahmen reichen muss.
Die andere Sicht: Die ÖVP betont Erfolge durch konsequente Politik. Marchetti hebt Entlastung von Bildungs-, Sozial- und Integrationssystem hervor. Karner sieht die Zahlen als Auftrag zur weiteren Verschärfung, nicht als Grund zum Feiern.
Warum das wichtig ist: Der Streit zeigt, wie tief die Gräben in der Migrationsdebatte sind, selbst bei sinkenden Zahlen. Die ÖVP feiert den Fortschritt bei neuen Asylanträgen, die FPÖ sieht nur Versagen und ignoriert nicht die laufenden Belastungen durch die Flüchtlingswelle ab 2015. Am Ende bleibt die Frage, ob 850 immer noch 850 zu viel sind, oder ob Null das einzig wahre Ziel ist. Je nach Perspektive ein Triumph oder ein weiterer Schlag ins Gesicht der Bürger, während Frauenpolitik mit Mini-Budgets auskommen muss.
Fazit: „Asylmärchen statt Asylwende“ trifft den Nagel auf den Kopf, wenn man die aktuellen Zahlen als Showpolitik abtut, ohne die Milliardenkosten der Altlasten zu nennen. Das ist in etwa so, als würde man einem Kind jahrelang das Lesen und Schreiben nicht beibringen und dann bei der Volljährigkeit feiern, dass der junge Erwachsene endlich seinen Namen kritzeln kann.
Quellen:
- BMI-Pressemitteilung: Geringste Zahl an Asyl-Erstanträgen seit über zehn Jahren
- FPÖ-Pressemitteilung: Darmann kritisiert ÖVP-Jubel
- ÖVP-Pressemitteilung: Marchetti zu niedrigen Asylzahlen
- Parlament Budgetdienst: UG 18 Fremdenwesen Budgets 2025 und 2026
- Parlament: Budget für Frauen und Gleichstellung 2025/2026
- heute.at: Asyl-Hammer – Neues Rekordtief bei Anträgen
