Auf einen Blick: Die DGFiP (Direction générale des Finances publiques) hat bestätigt: Ende Juni 2026 drang ein Angreifer in ihre Systeme ein und stahl sensible Steuerdaten. Der Hacker „ZeroBytes“ bot die Beute am 12. August auf einem Cybercrime-Forum zum Verkauf an. Erst dann ging die Behörde an die Öffentlichkeit.
Institutionelles Versagen und Vertuschung
Worum es geht:
- Die Behörden bemerkten den digitalen Einbruch per Zufall und schwiegen. Erst als die Daten im August auf dem Schwarzmarkt auftauchten, rückte das Ministerium mit der Sprache heraus.
- Der Angreifer nutzte gestohlene Zugangsdaten eines Mitarbeiters und einen VPN-Zugang zu internen Suchwerkzeugen. Die Beute: Namen, Adressen, Geburtsdaten, steuerliches Referenzeinkommen und Details zur familiären Situation.
Privatsphäre zum Schnäppchenpreis
Rund 678.000 Datensätze wurden extrahiert:
- Etwa 393.000 Privatpersonen und 285.000 Unternehmen.
- Der Preis auf dem Schwarzmarkt: lediglich einige tausend Euro. Gestohlen wurden unter anderem Steuersätze, familiäre Daten, interne Steueridentifikatoren und bei Unternehmen SIREN-Nummern.
- Eine zweite Lücke betrifft Katasterdaten (rund 200.000 Konten).
- Betroffene sollen „irgendwann“ individuell informiert werden.
Vermögende Personen mit enormen Risikopotential:
- ca. 26.800 Personen mit einem Referenzeinkommen über 100.000 €
- 386 Datensätze mit über einer Million Euro
- 8 Datensätze mit über zehn Millionen Euro
Lecornus Millionenplan als wirkungsloses Pflaster
Zwischen den Zeilen: Premierminister Sébastien Lecornu versprach im April 200 Millionen Euro aus „France 2030“. Seit Jahresbeginn verzeichnet Frankreich dennoch täglich etwa drei schwere Datendiebstähle bei staatlichen Stellen.
Der aktuelle Vorfall ist der vierte schwere Cyber-Angriff auf französische Behörden seit Dezember 2025:
- Dezember 2025: Innenministerium
- Februar 2026: FICOBA-Bankenregister (1,2 Millionen Konten)
- April 2026: ANTS (11,7 Millionen Betroffene)
Warum das wichtig ist: Der Staat fordert totale Transparenz vom Bürger und serviert dessen intimste Finanzdaten auf dem Silbertablett. Das ist institutionelles Versagen in Reinkultur.
Frank sagt: Steuergeheimnis existiert nur noch für Hacker.
Frank sagt:

