Ahmadinejad: Späte Vergeltung

Irans Ex-Präsident Ahmadinejad und der Mord in Wien.

Mahmoud Ahmadinejad - CC BY 3.0 br - Runway FoB AI
Redaktion
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In drei Sätzen: 37 Jahre nach dem Mord an drei kurdischen Politikern in Wien wurde der mutmaßliche Drahtzieher des Attentats nun in Teheran von der US-Luftwaffe getötet: Mahmud Ahmadinejad (69), der ehemalige iranische Präsident. Der Ex-Präsident galt als Symbol für Irans aggressive Außenpolitik, für eine Holocaust-Leugnung und für die Unterstützung des internationalen Terrorismus.

Der Rückblick: Ahmadinejad war tatverdächtig, den iranischen Killern für den blutigen Anschlag am 13. Juli 1989 in Österreich die Tatwaffen geliefert und den Mordplan ausgearbeitet zu haben: Abdul Rahman Ghassemlou sowie seine Begleiter Abdullah Ghaderi-Azar und Fadel Rasoul wurden in einer Wiener Wohnung in der Linken Bahngasse 5 in Wien-Landstraße erschossen.

Der Auslöser: Die US-Luftwaffe tötete nun in der Nacht auf Sonntag jenen skrupellosen iranischen Politiker und Tatverdächtigen, der an der Ermordung dieser kurdischen Politiker in Wien beteiligt gewesen sein soll: Ex-Präsident Mahmud Ahmadinejad war damals, 1989, ein hochrangiges Mitglied der iranischen Revolutionsgarden. Eine Woche vor dem Mord an den Kurden soll er Waffen an die iranische Botschaft in Wien geliefert haben. Das Innenministerium hat dazu Dokumente und Zeugenaussagen.

Wer sagt was: 2009 bekräftigte der damalige Grün-Politiker Peter Pilz diesen Tatverdacht mit der Zeugenaussage eines deutschen Waffenhändlers, der zu diesem Zeitpunkt in Italien inhaftiert war: Der Waffenhändler gab an, Anfang Juli 1989 Waffen an eine Gruppe von drei Iranern in der iranischen Botschaft in Wien geliefert zu haben, darunter war auch ein „gewisser Mohamed“, der später Präsident des Irans wurde. Der Händler hatte dies im Jahr 2006 bei einer Einvernahme durch italienische Behörden ausgesagt.

Das Sittenbild: Ebenso warfen kurdische Organisationen wie die KDPI und Exil-Iraner wie Alireza Jafarzadeh dem Ex-Revolutionsgardisten Ahmadinejad vor, als Kommandeur einer Attentatsgruppe agiert zu haben. Auch der National Council of Resistance of Iran (NCRI) nannte ihn als Führungsoffizier bei dem Polit-Mord in Wien.

Zwischen den Zeilen: Erst sechs Jahre nach dem Dreifach-Mord leitete Österreichs Justiz 2005 Untersuchungen zum Tatverdacht gegen ein iranisches Killer-Kommando ein. Dabei war auch geplant, Zeugen in Frankreich zu befragen, aber es kam zu keinen Anklagen gegen Ahmadinejad.

Die andere Sicht: Ahmadinejad und die iranische Regierung wiesen stets alle Vorwürfe als „grundlos“, „lächerlich“ und als Teil einer Kampagne gegen den Iran zurück, die aus „zionistischen Kreisen“ oder US-Propaganda stamme. Der iranische Außenministeriumssprecher Hamid Reza Asefi forderte dazu sogar Erklärungen vom österreichischen Botschafter in Teheran.

Warum das wichtig ist: Der Akt Ahmadinejad kann nun für immer geschlossen werden, der Tod kam in Form einer bunkerbrechenden Bombe der US-Luftstreitkräfte. Die Hinterbliebenen der drei Mordopfer werden dies als Form der Vergeltung sehen. Sie kam 37 Jahre zu spät.

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