Der digitale Aussie-Kahlschlag

In Australien wurden über 500.000 Social-Media-Accounts gelöscht.

Redaktion
Zensur - LaCatrina - Adobe Astock - FoB

Australien macht ernst und löscht über eine halbe Million digitaler Accounts. Was als Schutz für Kinder verkauft wird, ist in Wahrheit die Bankrotterklärung moderner Medienpolitik. Statt Bildung gibt es Verbote.

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Der Auslöser: Seit dem 10. Dezember 2025 herrscht in Australien digitale Ausgangssperre für unter 16-Jährige. Der Tech-Konzern Meta fackelte nicht lange und deaktivierte allein in der Woche vom 4. bis 11. Dezember satte 544.052 Accounts auf Facebook, Instagram und Threads.

Wer sagt was: Während Meta die fehlenden technischen Vorgaben moniert und „pauschale Verbote“ geißelt, wittert man in Deutschland Morgenluft. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist ganz verzückt. „Ich kann dem eine Menge abgewinnen“, diktiert er in die Blöcke und nennt eine Altersbeschränkung „mehr als berechtigt“.

Das Sittenbild: Es ist das Eingeständnis staatlicher Überforderung. Weil man nicht weiß, wie man Konzerne reguliert oder Kinder medienkompetent macht, wird einfach der Stecker gezogen. Australien liefert die Blaupause für einen globalen Rückfall in die digitale Steinzeit, der komplexe gesellschaftliche Fragen mit dem bürokratischen Hammer lösen will.

Zwischen den Zeilen: Die Politik erlässt Gesetze, hat aber keine Ahnung von der Umsetzung.

  • Die Regierung fordert Altersprüfungen, liefert aber keinerlei Vorgaben, wie das technisch funktionieren soll.
  • Meta spielt den Schwarzen Peter weiter: Die App-Stores sollen die Überprüfung übernehmen.
  • Fakt: Ohne massive Datensammlung ist das Gesetz kaum exekutierbar. Privatsphäre? Egal.

Follow the money: Wer die digitale Mauer durchbricht oder als Plattform nicht schnell genug löscht, zahlt. Die Strafandrohung liegt bei bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar. Das sind umgerechnet rund 28 Millionen Euro.

Was bleibt über: Ein Exempel der Hilflosigkeit. Jugendliche werden in den digitalen Untergrund gedrängt, während Politiker sich in falscher Sicherheit wiegen.

Warum das wichtig ist: Dieser australische Präzedenzfall ist brandgefährlich, weil er Schule macht. Wenn europäische Länder diesem Beispiel folgen, stirbt der freie Netzzugang einen bürokratischen Tod. Es geht hier nicht primär um Schutz, sondern um die bequeme Illusion von Kontrolle über eine Technologie, die der Staat nicht versteht.

Quellen:

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