Epstein-Sumpf erreicht Clinton

Was bei der Aussage von Bill Clinton rausgekommen ist.

Bill Clinton - X - Runway FoB AI
Redaktion
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In drei Sätzen: Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton wurde am Freitag in seinem Heimatort Chappaqua erstmals zu seinen Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befragt. Während der sechsstündigen, nicht öffentlichen Befragung vor Mitgliedern des House Oversight Committee, bestritt Clinton unter Eid jede Kenntnis von den kriminellen Machenschaften des Finanziers. Dies ist das erste Mal, dass ein ehemaliger US-Präsident durch den Kongress zur Aussage gezwungen wurde.

Der Auslöser: Anlass für die Befragung sind neu aufgetauchte Akten des Justizministeriums, die Fotos von Clinton mit Epstein sowie Ghislaine Maxwell zeigen und dokumentieren, dass Epstein das Weiße Haus 17 Mal besuchte. Die Abgeordneten untersuchten zudem Berichte, wonach Clinton insgesamt 27 Mal mit Epsteins Privatflugzeug gereist sein soll.

Wer sagt was: In seinem Eröffnungsstatement betonte Bill Clinton: „Ich habe nichts falsch gemacht“. Er fügte hinzu, dass er den Kontakt zu Epstein bereits lange vor dessen Schuldeingeständnis im Jahr 2008 abgebrochen habe: „Wir sind nur hier, weil er es vor jedem so gut und so lange versteckt hat“.

Das Sittenbild: Die Befragung verdeutlicht das Ringen um politische Rechenschaftspflicht in den USA, während die Öffentlichkeit nach jahrelangen Spekulationen Transparenz fordert. Kritiker bemängeln jedoch ein „selektives Gedächtnis“ bei den Akteuren.

Zwischen den Zeilen:

  • Die Abgeordneten der Republikaner planen, die Transkripte und Videoaufnahmen der Befragung zeitnah zu veröffentlichen.
  • Demokratische Mitglieder des Ausschusses fordern nun, dass auch Donald Trump unter Eid zu seinen Kontakten mit Epstein aussagen muss.
  • Die Ermittlungen weiten sich auf weitere Regierungsmitglieder aus, darunter Handelsminister Howard Lutnick, dessen Rücktritt von einigen Demokraten gefordert wird.

Follow the money: Die wirtschaftliche Dimension der Ermittlungen spiegelt sich in den massiven Kosten für die jahrelange Aufarbeitung des Falls Epstein durch das Justizministerium und den Kongress wider.

Die andere Sicht: Repräsentanten der Demokraten, wie Robert Garcia, argumentieren, dass die Untersuchung einseitig geführt werde und fordern eine Gleichbehandlung prominenter Republikaner. Sie verweisen darauf, dass Trump ebenfalls eine Beziehung zu Epstein pflegte und fordern, dass dieser „sich wie ein Mann verhält“ und vor dem Ausschuss erscheint.

Warum das wichtig ist: Sie zeigt die tiefe politische Spaltung auf, da beide Parteien die Epstein-Verbindungen nutzen, um moralische Integrität einzufordern oder politische Gegner zu diskreditieren.

Quellen:

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