In drei Sätzen
Der österreichisch-bosnische Historiker Muamer Bećirović von der University of North Texas und der investigative Journalist und Campaigner Alexander Surowiec diskutierten am 16. März 2026 in der Ö1-Sendung „Erklär mir Amerika“ mit Moderator Martin Haidinger über den laufenden Iran-Krieg und US-Eindrücke. Bećirović schilderte aus Denton, Texas, wie Trump entgegen dem Widerstand der zweiten und dritten Reihe im Sicherheitsapparat den umfassenden Schlag gegen den Iran befahl, während Surowiec frisch vom REED Award in den USA von direkten Gesprächen mit Trump- und Hegseth-Campaignern berichtet. Innerhalb einer Woche versenkten US-Kräfte die gesamte iranische Marine in einer brachialen „Show of Force“, entzogen Hamas und Hisbollah ihren Finanzier und setzten ein eindeutiges Zeichen gegen den Terrorsponsor Nummer 1.
Der Auslöser: Der Iran-Krieg durchbrach Trumps vermeintliche „Keine neuen Kriege“-Doktrin, als der Präsident trotz interner Mahnungen zur Asien-Fokussierung den umfassenden Militärschlag anordnete. Die zweite und dritte Reihe im US-Sicherheitsapparat war schockiert, weil Material aus Asien abgezogen werden musste und Europa darunter leidet. Trump entschied allein – und lieferte in nur sieben Tagen die totale Versenkung der iranischen Marine.
Wer sagt was:
- Alexander Surowiec, Herausgeber von Fass ohne Boden und Chef von Digital Nakam (hebräisch „Digitale Rache“), brachte frische Eindrücke vom REED Award mit, dem „Oscar der Campaigner“.
- Er berichtete von Gesprächen mit drei jüdischen Teilnehmern und dem klaren Konsens: „Der Iran ein wesentlicher Proxy des Terrors ist und ein deklarierter Feind Israels.“
- Besonders beeindruckte ihn die amerikanische Härte: „In sieben Tagen wurde die gesamte iranische Marine einfach versenkt. Show of Force nennen das die Amerikaner, und das haben sie brutal gut drauf.“
- Surowiec fügte hinzu: „Trump nimmt den Sugar Daddy der Hamas und Hisbollah weg.“
- Und Surowiec weiter: „Frieden schaffen durch Steilfeuerwaffen“
- Muamer Bećirović ergänzte nüchtern: „Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass der Schlag gegen den Iran so schnell und vor allem so umfassend kommt.“
- Zur öffentlichen Meinung sagte er: „In Amerika ist dieser Krieg höchst unpopulär.“
- Und zum Taxifahrer-Zitat erörtert Bećirović: „Wofür eigentlich? Damit ich Raketen nach Israel und nach Ukraine schicken kann?“
- Bećirović sieht Netanjahu als Treiber, der das „letzte historische Zeitfenster“ nutzt, um die USA in den Krieg zu ziehen.
Das Sittenbild: Amerika schaltet unter Trump in den sechsten Gang, während Europa noch im zweiten verharrt. Das republikanische Lager wird vom MAGA-Drive dominiert, der kompromisslos Werte und nationale Interessen verfolgt. Die chirurgische Präzision und totale maritime Dominanz dienen als diplomatisches Werkzeug, um Terrorfinanzierung zu beenden und Handelsrouten zu sichern – ein hartes, aber wirksames Rezept in einer instabilen Region.
Das große Ganze: Der Schlag markiert eine Abkehr von endlosen Bodenkriegen hin zu schneller, überwältigender Luft- und See-Dominanz. In Rekordzeit wurde die iranische Marine ausgelöscht, was Hamas bereits zur öffentlichen Zurückhaltung zwang und Hisbollah vor finanziellem Kollaps stehen lässt.
Zwischen den Zeilen:
- Die zweite und dritte Reihe im US-Sicherheitsapparat wollte sich auf Asien konzentrieren und versuchte vergeblich, den Präsidenten aufzuhalten.
- Drei Juden, vier Meinungen – doch der Konsens zum Iran als Terror-Proxy und Feind Israels war überwältigend.
- Optionen reichten von Nuklearwaffeneinsatz über schwere Bombardements bis zum Wirtschafts-Hybrid-Krieg „Drive bleed out“.
- Öffentliche Meinung bei Republikanern anfangs euphorisch, insgesamt aber höchst unpopulär, mit Spaltung zwischen Tucker-Carlson-Fraktion und Fox-News.
- Die jetzige Macht-Generation interpretiert die USA-Israel-Achse noch allumfassend, die nächste und vor allem die Jungen distanzieren sich massiv.
- Surowiec hatte direkten Kontakt zu Campaign-Managern von Trump und Hegseth beim REED Award.
- Bećirović beobachtet an der University of North Texas bereits das Schwinden der Sympathie für Israel bei der jungen Generation.
Follow the money: US-Steuerzahler zahlen 25 Prozent und sehen kaputte Straßen, Flughäfen und fehlende Karenzzeit – während Raketen nach Israel und Ukraine gehen. Trump fordert von Europa klare Gegenleistung: „Wenn ihr billigen Sprit haben wollt, dann schickt U-Boote und Fregatten. Was macht die NATO eigentlich in Europa?“ Der Sugar-Daddy-Iran verliert seine Geldtasche, Hamas und Hisbollah verlieren ihr Geschäftsmodell.
Die andere Sicht: Muamer Bećirović warnt vor wachsender Entfremdung: Die Jungen fragen „Warum lassen wir uns von einem Land mit 10 Millionen Einwohnern an der Nase in einen Krieg herumführen, der nicht in unserem Interesse ist?“ Netanjahu habe Trump geschickt als letzte Figur genutzt, um die USA hineinzuziehen – das letzte Zeitfenster.
Warum das wichtig ist: Dieser Krieg zeigt, dass ein einziger entschlossener Präsident interne Bremser überrennen und in sieben Tagen eine ganze Marine versenken kann. Zynisch gesagt: Während Europa noch diskutiert, räumt Amerika den Terror-Sponsor ab, nimmt Hamas und Hisbollah den Geldgeber weg und lässt den Rest der Welt zuschauen – wer zahlt am Ende die Rechnung, bleibt die ewige Frage.
Transkript
Speaker 1: Muamer Bećirović
Speaker 2: Alexander Surowiec
Speaker 3: Martin Haidinger
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Wenn du wirklich den Willen hast und aus dir was machen willst, dann kannst du dort aus dir was machen. Die soziale Mobilität ist, wenn man sich wirklich anstrengen will, durchaus möglich. Und ich habe es ja gesehen, ich sehe es ja auch von den Kids dort oder den Studenten dort, die aus sehr bescheidenen Verhältnissen kommen und den Aufstieg schaffen.
(Off-Stimme): Erklär mir Amerika.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Aber ja, es ist ein tafferes Klima. Du kriegst vom Staat sehr wenig oder bis gar nichts. Du zahlst aber die Steuern dafür, und das ist der Grund, wieso der Laden gerade so hochgegangen ist oder wieso man Trump gewählt hat. Dein Taxifahrer hat gemeint: „Du, ich zahl 25 Prozent Steuern, aber schau mal die Straßen an, die sind kaputt. Unser Flughafen ist kaputt, meine Frau kriegt keine Karenzzeit, und ich zahle 25 Prozent Steuern. Wofür eigentlich? Damit ich Raketen nach Israel und nach Ukraine schicken kann?“ Das war die Antwort.
(Off-Stimme): Eine Sendung von Martin Haidinger.
Speaker 3 (Martin Haidinger): So schnell kann’s gehen. Da sprachen wir vor einigen Wochen mit dem Historiker Muamer Bećirović, derzeit University of North Texas, der gerade auf Urlaub in Wien weilte, über seine Eindrücke aus den USA. Und dann durchbricht der Irankrieg die scheinbare Doktrin Donald Trumps: „Keine neuen Kriege mehr“. Von wegen. Erklären Sie uns das bitte, Muamer – wir telefonierten gestern mit ihm in den USA.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Nein, ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass der Schlag gegen den Iran so schnell und vor allem so umfassend kommt. Und zwar hat das einen Grund: Nämlich die zweite und dritte Reihe im Sicherheitsapparat der USA wollte sich de facto auf Asien fokussieren und weder auf Europa noch auf den Nahen Osten – schon gar nicht auf den Nahen Osten. Und in Wirklichkeit haben die zweite und die dritte Reihe – ich würde sie die „weisen Männer“ nennen – die Institutionen darauf ausgerichtet. Doch am Ende des Tages hat ein Mann eben das Sagen, und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten, und der hat das anders entschieden. Und die sind selber schockiert. Auch die zweite und dritte Reihe ist es, weil es nicht im strategischen Interesse der USA ist, weil aus Asien jetzt Verteidigungsmaterial in den Nahen Osten verschifft werden muss. Es schadet auch Europa, weil auch dort Verteidigungsmaterial für die Ukraine fehlen wird für den Nahen Osten. Aber ja, der Präsident der Vereinigten Staaten hat in dem Fall entschieden – entgegen auch der zweiten und dritten Reihe, die versucht hat, die erste Reihe aufzuhalten, diesen Fehler zu machen – und hat es nicht geschafft.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Von einer anderen Seite sieht das der österreichische Journalist Alexander Surowiec, der ein investigatives Internetmedium betreibt.
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Ich bin Herausgeber von Fass ohne Boden und habe meine eigene Campaigning-Agentur, Digital Nakam – heißt hebräisch „Digitale Rache“.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Sie kommen gerade aus den USA von einem besonderen Kongress. Welcher Kongress war das?
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Das war der sogenannte REED Award von Campaigns & Elections. Das ist so was wie der Oscar unter den Campaignern, und die Demokraten und Republikaner entsenden dort die besten Agenturen der USA. Und im Zuge der Preisverleihung wird nominiert, wer in welcher Kategorie, zum Beispiel „Beste US-Kampagne“ oder „Beste Europa-Kampagne“, einen Award bekommt. Und flankiert wird das mit einer Session zwei Tage lang, wo man die Besten der Besten hört im Bereich, wie man Wähler mobilisiert, Kampagnenvideos macht etc. Das heißt, ich hatte direkten Kontakt mit den Campaign-Managern von Trump, Hegseth etc.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Sie haben nun dort interessante Gespräche geführt betreffend den Krieg gegen den Iran und haben mehrere Meinungen kennengelernt und Ansichten auch von jüdischen…
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Richtig, da waren wir gemeinsam auf ein Bier und wir sind in Summe zu viert gesessen. Davon waren eben drei Juden: einer aus New York, einer aus Kalifornien und der dritte aus Ohio. Und wie man sich vorstellen kann: drei Juden, vier Meinungen. Aber es war überwältigend zu sehen, wo der Konsens ist. Also dass zum Beispiel der Iran ein wesentlicher Proxy des Terrors ist und ein deklarierter Feind Israels. Also da war man einstimmiger Meinung. Spannender war, wie man das Problem lösen soll, also von Nuklearwaffeneinsatz bis hin zu schwerer Bombardierung oder eben ein Wirtschaftshybrid-Krieg gegen den Iran – wie heißt es so schön: „Drive bleed out“.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Gab es auch noch Schattierungen dazwischen?
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Ja, natürlich. Also generell in den Gesprächen: Man muss sich vorstellen, das republikanische Lager ist jetzt aktuell dominiert vom MAGA-Lager. Das sind die, die das Sagen haben. Natürlich, die „Old Boys“, würde man sagen, rund um Bush, haben eine diversifizierte Meinung, aber man muss sich einfach die Thinktanker ansehen und die, die mit dem Geld jonglieren. Also zum Beispiel der Billy Grant fällt mir ein, das ist ein Hegseth-Mann. Das ist unvorstellbar, was da für ein Drive ist. Und bei denen geht es ausschließlich um Values, also das heißt Metaebene. Und genauso zum Beispiel die Diskussionen, wann die Europäer Fregatten und U-Boote schicken, um den Kanal zu bewachen. Das ist erstaunlich. Was mir besonders imponiert hat, wie tough die sind am Punkt, also mit maximaler Zuspitzung arbeiten. Also so hart es klingt: Da ist Europa noch im zweiten Gang, während Amerika am Highway mit dem sechsten Gang alle überholt.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Und wie reagiert die öffentliche Meinung? Muamer Bećirović.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Also die öffentliche Meinung aktuell, was den Krieg betrifft, ist in den ersten zwei Wochen bei den Republikanern überwältigend gut, weil es einfach ist, einen Krieg zu starten. Und am Anfang sind alle ziemlich euphorisch. Aber in Amerika ist dieser Krieg höchst unpopulär. Auf Basis dessen Bodentruppen zu mobilisieren, ist fast unmöglich, und ohne Bodentruppen wird man keinen Regime-Change hinbekommen. Seit dem Ersten Weltkrieg gab es so gut wie keine Luftkampagne, die einen Regime-Change hinbekommen hat. Und das wird sich auch hier nicht ändern. Aber die öffentliche Meinung, ganz klar, ist ziemlich negativ. Und die konservativen Meinungsmacher sind hier relativ gespalten. Es spaltet auch die republikanische Basis. Man hat hier die eine Fraktion rund um den größten Meinungsmacher in Amerika, Tucker Carlson, und du hast auf der anderen Seite die Fox-News-Leute, die diesen Krieg gut finden. Und in Wirklichkeit gewinnt die Tucker-Carlson-Fraktion, die eigentlich sagt: „Wir wollen damit nichts zu tun haben. Was bringt uns das am Ende, dass wir Kriege führen für eine fremde Nation, in dem Fall für Israel?“ Whatever the red line for me is, this is my country, my birthright is free speech. God gave me that right. And if you’re telling me what I’m allowed to say in my country, you’re my enemy.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Nun sei Tucker Carlson aber mittlerweile mit dem Weißen Haus im Streit, sagt Alexander Surowiec, auch wenn er nach wie vor populär ist.
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Circa ein Viertel der Bevölkerung ist skeptisch oder negativ. Aber jetzt kommt’s: Ich konnte mit einer Dame sprechen, die war so in meinem Alter, Mitte 40. Ihr Vater war bei der Navy und musste ins Spital, und sie hat Angst vor Terroranschlägen. Und das sind arabische Fundamentalisten. Das ist die Gefahr. Und da gab es nicht „Ich bin gegen oder pro Trump“. Wir müssen das machen, um die Welt sicherer zu machen. Bei der US-Administration, die jetzt quasi das Sagen hat, ist es klar pro Trump. Also das ist dort mehr als Kultstatus, was der Präsident sagt. Also ein Paradebeispiel: „YMCA“, da drücken alle Konservativen auf Play und da wird getanzt. Beim Militär muss man differenzieren, ob ich die Luftwaffe einsetze – also ich sage immer: „Frieden schaffen durch Steilfeuerwaffen“, also Luft-Boden-Raketen etc. – oder ob ich Bodentruppen sende. Aber wie gesagt, Bodentruppen heißt ja auch noch nicht, man geht in das Land hinein, sondern bildet zum Beispiel sichere Routen entlang der Häfen, um zu überwachen, dass keine Terroranschläge passieren auf unsere wirtschaftlichen Güter. Und ich verstehe Trump, dass er sagt: „Wenn ihr billigen Sprit haben wollt, dann schickt U-Boote und Fregatten. Was macht die NATO eigentlich in Europa?“
Speaker 3 (Martin Haidinger): Muamer Bećirović nimmt an seiner Universität ein Schwinden der Sympathie für die Achse USA-Israel wahr.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Aktuell ist es so, dass Israel halt erkannt hat – und Bibi, also in dem Fall Netanjahu, erkannt hat –, dass das für ihn aktuell das letzte historische Zeitfenster ist, wo er sich den Iran vorknöpfen kann, und dass Trump diese letzte Figur ist, mit der man das noch erreichen kann: die Vereinigten Staaten in den Krieg mit hineinzuziehen. Und das zeigt sich auch anhand des Drucks, den er aufgebaut hat über die letzten paar Jahre, seitdem Trump Präsident ist. Also er hat das auch sehr geschickt gemacht. Und es spricht sehr wohl was gegen die Auffassung, dass die Achse Israel-USA am Zerbröseln ist, weil aktuell ist das die vorherrschende Generation, die gerade an den Machthebeln ist. Das ist die letzte Generation, die diese Beziehungen so allumfassend interpretiert, wie es die jetzige Generation tut. Die nächsten Generationen werden das nicht mehr machen. Die Leute in der zweiten und dritten Reihe sind schon deutlich jünger, so um die 40 Jahre alt, und die haben einen völlig anderen Bezug zu Israel als die Generation, die in der ersten Reihe an den Schalthebeln sitzt. Also wir werden da noch eine viel größere Entfremdung der Beziehungen erleben, als wir in Wirklichkeit glauben mögen – von den Jungen gar nicht erst zu reden. Die Jungen haben so gut wie gar keinen Bezug zu Israel. Im Gegenteil, in Wirklichkeit eine ziemlich negative Meinung, die sich sagen: „Warum lassen wir uns von einem Land mit 10 Millionen Einwohnern an der Nase in einen Krieg herumführen, der nicht in unserem Interesse ist? Was hat das mit meinem Leben zu tun?“ Also das ist erst der Anfang in Wirklichkeit.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Alexander Surowiec wiederum sieht Netanjahu nicht unbedingt als den Auslöser. Trump und die US-Regierung hätten schon länger vorgehabt, gegen den Iran loszuschlagen.
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Die Komponente mit Israel ist natürlich im Intelligence-Bereich entscheidend gewesen, weil das ist die Nummer eins. Also ich erinnere nur an den Pager-Angriff. Also da können europäische Nachrichtendienste träumen, und Österreich weiß, glaube ich, wahrscheinlich nicht einmal, was der Pager im Bereich der Hisbollah war. Aber man sieht, es ist der wichtigste Verbündete. Natürlich wird es immer zugespitzt auf den jeweiligen Präsidenten oder Ministerpräsidenten, aber Fakt ist: Es geht immer bei derartigen Konflikten um die Administration. Und so wie bei Trump oder Pete Hegseth als Verteidigungsminister – oder War Minister – ist die Frage: Was sagen die Generäle und was ist möglich? Wir haben gesehen, die chirurgische Präzision bei Venezuela, genauso wie hier: In sieben Tagen wurde die gesamte iranische Marine einfach versenkt. „Show of Force“ nennen das die Amerikaner, und das haben sie brutal gut drauf. Und aus meiner Sicht sind die Schritte mehr als verständlich, dass man hier pointiert gegen den Finanzierer von Terroristen geht. Und alleine heute die Tatsache, dass die Hamas sich geäußert hat und Zurückhaltung fordert vom Iran – das muss man sich vorstellen! Der kleine Zwerg, der auf der Geldtasche des Irans sitzt, winzelt darum: „Bitte hört auf“, weil unser Geschäftsmodell bricht ein. Weil wer soll dann den Terrorismus finanzieren? Und bei der Hisbollah ist das genau dasselbe. Da schaut man dann bald finster drein, weil der Geldgeber weg ist. Also wenn man so will: Trump nimmt den „Sugar Daddy“ der Hamas und Hisbollah weg.
Übersetzung
Speaker 1: Muamer Bećirović
Speaker 2: Alexander Surowiec
Speaker 3: Martin Haidinger
Speaker 1 (Muamer Bećirović): If you truly have the will and want to make something of yourself, you can make it there. Social mobility is entirely possible if you’re willing to put in the effort. I’ve seen it myself; I see it in the kids or students there who come from very modest backgrounds and manage to move up.
(Voice-over): Explain America to me.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): But yes, it’s a tougher climate. You get very little to nothing from the state. Yet, you pay taxes for it, and that’s the reason why the place has essentially blown up—or why people voted for Trump. Your taxi driver might say: „Look, I pay 25 percent in taxes, but look at the roads; they’re broken. Our airport is broken, my wife doesn’t get maternity leave, and I’m paying 25 percent. For what, exactly? So I can send missiles to Israel and Ukraine?“ That was the answer.
(Voice-over): A program by Martin Haidinger.
Speaker 3 (Martin Haidinger): That’s how fast things can change. A few weeks ago, we spoke with historian Muamer Bećirović—currently at the University of North Texas, who was on vacation in Vienna—about his impressions of the USA. And then, the war with Iran shatters Donald Trump’s apparent doctrine of „no more new wars.“ Far from it. Please explain this to us, Muamer—we spoke with him on the phone yesterday in the USA.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): No, I actually wouldn’t have thought that the strike against Iran would come so quickly and, above all, so comprehensively. There is a reason for this: the second and third tiers of the U.S. security apparatus de facto wanted to focus on Asia—not on Europe or the Middle East, and certainly not the Middle East. In reality, the second and third tiers—I’d call them the „wise men“—had aligned the institutions toward that goal. But at the end of the day, one man has the final say, and that is the President of the United States, and he decided otherwise. Even they are shocked. The second and third tiers are shocked because it isn’t in the strategic interest of the U.S.; defense material now has to be shipped from Asia to the Middle East. It also hurts Europe, as defense material meant for Ukraine will now be missing in favor of the Middle East. But yes, in this case, the President decided—even against the second and third tiers, who tried to stop the first tier from making this mistake—and they didn’t succeed.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Austrian journalist Alexander Surowiec, who runs an investigative online media outlet, sees this from a different perspective.
Speaker 2 (Alexander Surowiec): I am the publisher of Fass ohne Boden (Bottomless Barrel) and I have my own campaigning agency, Digital Nakam—which is Hebrew for „Digital Revenge.“
Speaker 3 (Martin Haidinger): You’ve just returned from a special convention in the USA. Which one was it?
Speaker 2 (Alexander Surowiec): It was the so-called REED Award by Campaigns & Elections. It’s like the Oscars for campaigners; the Democrats and Republicans send the best agencies in the U.S. there. During the awards ceremony, nominations are made for categories like „Best U.S. Campaign“ or „Best Europe Campaign.“ This is flanked by a two-day session where you hear from the best of the best on how to mobilize voters, create campaign videos, etc. This means I had direct contact with the campaign managers for Trump, Hegseth, and others.
Speaker 3 (Martin Haidinger): You had interesting conversations there regarding the war against Iran and encountered several opinions, including views from Jewish…
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Correct, we were out for a beer, four of us in total. Three of them were Jewish: one from New York, one from California, and the third from Ohio. And as you can imagine: three Jews, four opinions. But it was overwhelming to see where the consensus lay. For example, that Iran is a major proxy of terror and a declared enemy of Israel. On that, there was unanimous agreement. What was more exciting was how the problem should be solved—ranging from the use of nuclear weapons to heavy bombardment or a hybrid economic war against Iran—or as the saying goes: „Drive bleed out.“
Speaker 3 (Martin Haidinger): Were there shades of gray in between?
Speaker 2 (Alexander Surowiec): Yes, of course. Generally, in these conversations: you have to realize the Republican camp is currently dominated by the MAGA wing. They are the ones calling the shots. Of course, the „Old Boys“ around Bush have a diversified opinion, but you just have to look at the think-tankers and those juggling the money. For example, Billy Grant comes to mind—he’s a „Hegseth man.“ The drive there is unimaginable. For them, it’s exclusively about values—the meta-level. Similarly, there are discussions about when the Europeans will send frigates and submarines to guard the [Suez] canal. It’s astonishing. What particularly impressed me was how tough they are—working with maximum escalation. As harsh as it sounds: Europe is still in second gear while America is overtaking everyone on the highway in sixth.
Speaker 3 (Martin Haidinger): And how is public opinion reacting? Muamer Bećirović.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Currently, regarding the war, public opinion among Republicans was overwhelmingly good in the first two weeks because it’s easy to start a war. In the beginning, everyone is quite euphoric. But in America, this war is highly unpopular. Mobilizing ground troops on this basis is almost impossible, and without ground troops, you won’t achieve regime change. Since World War I, there has hardly been an air campaign that achieved regime change. And that won’t change here. But public opinion is clearly quite negative. Conservative influencers are relatively split. It’s also splitting the Republican base. You have one faction around the biggest influencer in America, Tucker Carlson, and on the other side, you have the Fox News people who support this war. In reality, the Tucker Carlson faction is winning—the ones saying: „We want nothing to do with this. What does it ultimately get us to fight wars for a foreign nation, in this case, Israel?“ Whatever the red line for me is, this is my country, my birthright is free speech. God gave me that right. And if you’re telling me what I’m allowed to say in my country, you’re my enemy.
Speaker 3 (Martin Haidinger): However, Tucker Carlson is now said to be in a dispute with the White House, says Alexander Surowiec, even if he remains popular.
Speaker 2 (Alexander Surowiec): About a quarter of the population is skeptical or negative. But here’s the thing: I spoke with a woman roughly my age, mid-40s. Her father was in the Navy and had to go to the hospital, and she is afraid of terror attacks. And these are „Arab fundamentalists“—that is the danger. There was no „I’m for or against Trump.“ It was „We have to do this to make the world safer.“ Within the U.S. administration currently in charge, it is clearly pro-Trump. It’s more than cult status there; what the President says goes. A prime example: „YMCA“—all the conservatives hit play and start dancing. Regarding the military, you have to differentiate between using the Air Force—I always say: „Creating peace through high-angle weapons,“ meaning air-to-ground missiles, etc.—and sending ground troops. But as I said, ground troops doesn’t necessarily mean entering the country; it could mean securing routes along ports to ensure no terror attacks happen against our economic goods. And I understand Trump when he says: „If you want cheap gas, then send submarines and frigates. What is NATO actually doing in Europe?“
Speaker 3 (Martin Haidinger): Muamer Bećirović perceives a fading sympathy for the U.S.-Israel axis at his university.
Speaker 1 (Muamer Bećirović): Currently, Israel has realized—and Bibi, in this case, Netanyahu, has realized—that this is his last historical window of opportunity to deal with Iran, and that Trump is the last figure with whom this can still be achieved: dragging the United States into the war. This is evident from the pressure he has built up over the last few years since Trump became President. He has done this very skillfully. And there is plenty of evidence against the notion that the Israel-USA axis is crumbling because, currently, it is the prevailing generation that is at the levers of power. This is the last generation that interprets these relationships as comprehensively as the current one does. The next generations won’t do that. The people in the second and third tiers are already significantly younger, around 40 years old, and they have a completely different relationship with Israel than the generation sitting at the main controls. We are going to see a much greater alienation of relations than we might think—not to mention the young people. Young people have almost no connection to Israel. On the contrary, they actually have a quite negative opinion, saying: „Why do we let ourselves be led by the nose into a war by a country of 10 million people that is not in our interest? What does this have to do with my life?“ In reality, this is only the beginning.
Speaker 3 (Martin Haidinger): Alexander Surowiec, on the other hand, doesn’t necessarily see Netanyahu as the trigger. Trump and the U.S. government had long intended to strike against Iran.
Speaker 2 (Alexander Surowiec): The Israel component was, of course, decisive in terms of intelligence, because they are number one. Just remember the pager attack. European intelligence services can only dream of that, and Austria probably doesn’t even know what a pager was in the context of Hezbollah. But you see, they are the most important ally. Of course, it is always narrowed down to the respective President or Prime Minister, but the fact is: with such conflicts, it’s always about the administration. And with people like Trump or Pete Hegseth as Secretary of Defense—or War Minister—the question is: what do the generals say and what is possible? We saw the surgical precision in Venezuela, and the same here: in seven days, the entire Iranian Navy was simply sunk. „Show of Force,“ the Americans call it, and they are brutally good at it. From my point of view, the steps are more than understandable—taking a pointed stand against the financier of terrorists. Just look at the fact today that Hamas spoke out calling for restraint from Iran—imagine that! The little dwarf sitting on Iran’s wallet is whimpering: „Please stop,“ because our business model is collapsing. Because who is going to finance terrorism then? It’s the same with Hezbollah. They’ll be looking grim soon because the financier is gone. If you will: Trump is taking away the „Sugar Daddy“ of Hamas and Hezbollah.
Quellen:
