Innenministerium: Rückgang bei „Hate Crimes“

Im Jahr 2023 erfasste die österreichische Polizei 5.668 vorurteilsmotivierte Straftaten, auch bekannt als "Hate Crimes". Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zu 2022 bleibt die Aufklärungsquote mit 69 Prozent konstant hoch. Etwa 20 Prozent dieser Straftaten fanden im Internet statt.

Gerhard Karner - Sepa Media - Martin Juen
Redaktion

Die Polizei erfasst nur abgeschlossene Ermittlungen. 68,7 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt, ähnlich wie im Vorjahr. Vorurteilsmotivierte Straftaten werden in neun Kategorien erfasst.

2023 dominierten weltanschauliche Motive mit 2.706 Fällen, gefolgt von Straftaten gegen nationale oder ethnische Herkunft mit 1.612 Fällen. Besonders hervorzuheben sind Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz, die online oft auftreten.

Religiöse Feindseligkeit

Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit sind stark vertreten. Jedes zweite antisemitische Delikt verstößt gegen das Verbotsgesetz, und drei von vier antireligiösen Hasspostings sind antisemitisch.

Antisemitische und muslimfeindliche Straftaten umfassen häufig Sachbeschädigungen an Sakralstätten. Körperverletzungen und Drohungen gegen Muslime und Homosexuelle sind ebenfalls häufig.

Junge Männer als Hauptverdächtige

Die meisten Tatverdächtigen sind männliche Jugendliche mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Besonders häufig sind diese bei Straftaten gegen Wohnungslose und bei geschlechtsbezogenen sowie weltanschaulichen Delikten. Der Anteil von Tatverdächtigen mit ausländischer Staatsbürgerschaft liegt bei Hate Crimes bei 28 Prozent.

Schulungen und Sensibilisierung

Seit 2020 wird die Polizei intensiv im Erkennen und Erfassen von Vorurteilsmotiven geschult. Das Protokollierungsprogramm umfasst seitdem eine spezifische Registerkarte „Motiv“. Diese Maßnahmen tragen zur Verringerung des Dunkelfeldes bei und verbessern die Datenübermittlung an die Justiz.

Fazit und Ausblick

Der Rückgang der vorurteilsmotivierten Straftaten und die konstante Aufklärungsquote sind positiv, aber die anhaltende hohe Zahl von Hate Crimes, insbesondere im Internet, zeigt, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Quelle

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