Karl Habsburg nutzt seinen 65. Geburtstag für eine Generalabrechnung und wirft der FPÖ „doppelten Hochverrat“ vor. Sekundiert von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger gefällt man sich in der Rolle des moralischen Gewissens, während man politische Gegner zu Landesverrätern und Putin-Knechten erklärt. Der Enkel des letzten Kaisers fordert nicht nur den Sturz im Kreml, sondern auch eine aggressive EU-Außenpolitik.
Der Auslöser: Am 11. Jänner feierte der Habsburger-Spross in Wien seinen 65. Geburtstag. Statt Torte gab es Giftpfeile gegen die FPÖ-Fraktion „Patrioten für Europa“ im EU-Parlament.
Was sie sagen:
- Habsburg sparte nicht mit Dramatik: Die FPÖ-Gruppe sei eine „Ansammlung falscher Patrioten“ und betreibe „Verrat am eigenen Land“. Mehr noch: Sie seien Handlanger eines „Moskauer Kolonialreichs“, das nur Krieg kenne.
- Beate Meinl-Reisinger (NEOS) nickte brav und freute sich, dass sie und der Jubilar „dasselbe Hemd“ tragen. Gemeint ist eine eine ukrainische Wyschywanka.
Das Sittenbild: Es ist der klassische Schulterschluss der alten und neuen Eliten gegen den unbequemen Wahlsieger. Habsburg, der als Medienunternehmer und Ex-ÖVPler tief im System steckt, schwingt die Moralkeule des „Verrats“. Perfektes Timing, um die eigene Relevanz zu polieren und sich im Glanz der Regierung zu sonnen, während man geopolitische Ängste bewirtschaftet.
Zwischen den Zeilen: Hinter den steilen Thesen verbirgt sich die Sehnsucht nach alter Größe und zentralistischer Macht.
- Fakt: Habsburg fordert einen eigenen EU-Außenminister und das Ende der „bürokratischen Lähmung“. Klingt nach der Sehnsucht nach einem starken Mann.
- Reaktion: Die FPÖ schießt scharf zurück. Leo Lugner fragt auf Social Media süffisant, ob „jahrhundertelange Inzucht“ der Grund für die „wirren Beleidigungen“ sei.
- Forderung: Habsburg will nicht nur Putins Sturz, sondern auch die „vollständige Rückeroberung“ aller Gebiete und Reparationen. Realpolitik sieht anders aus.

Follow the money: Keine konkreten Summen diesmal, aber klare Interessen. Als Medienunternehmer in der Ukraine, Bulgarien und den Niederlanden ist Habsburgs strikter Anti-Russland-Kurs nicht nur moralisch, sondern wohl auch geschäftlich motiviert.
Was bleibt über: Ein adeliger Pensionist und eine NEOS-Chefin im Partnerlook beschimpfen die Opposition als Verräter. Demokratischer Diskurs auf Monarchie-Niveau.
Warum das wichtig ist: Wenn politische Differenzen als „Hochverrat“ gebrandmarkt werden, verlassen wir den Boden der Demokratie. Diese Rhetorik kriminalisiert Wähler und Gegner gleichermaßen. Es zeigt, wie nervös das Establishment ist. Man ist bereit, verbal massiv aufzurüsten, um die Deutungshoheit zu behalten. Das ist kein politischer Streit mehr. Das ist ein Vernichtungsfeldzug.
Teilt das, wenn ihr genug von moralischer Überheblichkeit habt.
Quellen:
- Kleine Zeitung
- Leo Lugner auf X


