Krieg in der Ukraine: Stimmen aus Kirov

In Kirov, einer kleinen Stadt im westlichen Russland, etwa 1.600 Kilometer von der Front in der Ukraine entfernt, stimmen die meisten Bewohner Präsident Wladimir Putin zu, dass der Krieg gegen die Ukraine notwendig ist. Die Einwohner sehen den Konflikt als Überlebenskampf Russlands gegen die USA und die NATO.

Redaktion
Sujetbild F-16 Thunderbird - Military Material - Pixabay

Vlad, ein Kommandeur einer russischen Einheit, der seit seiner Verpflichtung vor einem Jahr dreimal verwundet wurde, sagte: „Die USA und die NATO haben uns keine Wahl gelassen.“

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Nachdem er sich von 40 Splittern in seinem Körper erholt hat, plant er, an die Front zurückzukehren. „Ich will, dass meine Kinder stolz auf mich sind,“ betont er.

Opfer sind unvermeidbar

Elena Smirnova ist stolz auf ihre Brüder, die seit ihrer Einberufung im September 2022 in der Ukraine kämpfen. Nina Korotaeva, die täglich in einem Freiwilligenzentrum Netze und Tarnungen näht, empfindet Mitleid für die jungen Männer, die sterben, sieht aber ihre Opfer als unvermeidlich an.

Zensierte Wahrheiten

Die Berichterstattung der Washington Post aus Kirov zeigt, dass die Kreml-Propaganda die öffentliche Unterstützung für den Krieg mobilisiert hat, während die vollen, schrecklichen Konsequenzen verschleiert werden. Einige Einwohner finden den Krieg unverständlich, während andere, die Angehörige verloren haben, glauben, dass der Kampf einem höheren Zweck dient.

Propaganda greift

Olga Akishina, deren Freund durch eine US-gelieferte HIMARS-Rakete getötet wurde, wiederholt die Rechtfertigungen des Kremls für den Krieg und sagt, die Maßnahmen seien notwendig, um russischsprachige Menschen zu schützen.

Angst und Kontrolle

Die Interviews in Kirov wurden von Maria Butina organisiert, die nach ihrer Verurteilung als nicht registrierte ausländische Agentin in den USA in Russland als Heldin gefeiert wird. Butinas Assistent, Konstantyn Sitchikhin, nahm an den meisten Gesprächen teil, was dazu führte, dass einige Menschen sich nicht frei äußern konnten. Sitchikhin sagte: „Ihr müsst verstehen, dass wir im Krieg sind und die Leute euch als Feinde sehen.“

Trauer und Patriotismus

Am 12. Juni, dem Tag Russlands, versammelten sich Tausende in Kirov zu Feierlichkeiten. Unter ihnen war Lyubov, die ein Porträt ihres gefallenen Sohnes Anton trug. Trotz ihrer Trauer sagte sie: „Er hat es für uns und für Russland getan.“

Kritische Stimmen

Denis, ein ehemaliger Wagner-Söldner, dessen Fuß amputiert wurde, kritisierte das Verteidigungsministerium und die fehlende Wahrheit über den Krieg. „Warum feiern die Leute immer noch? Warum geben sie Geld für Feuerwerk aus?“ fragte er. Denis plant nach seiner Genesung in die Ukraine zurückzukehren.

30 frisch ausgehobene Gräber

Die sozialen Medien von Kirov sind täglich mit Todesanzeigen und Suchmeldungen für vermisste Soldaten gefüllt. Der Friedhof der Stadt, auf dem etwa 40 Soldaten begraben sind, hat bereits 30 frisch ausgehobene Gräber für weitere Opfer.

Fazit und Ausblick

Diese Reportage aus Kirov zeigt die tiefen Gräben in der russischen Gesellschaft, die zwischen unerschütterlichem Patriotismus und tiefer Trauer um die vielen gefallenen Soldaten verlaufen. Während einige Bewohner den Krieg als notwendigen Schutz vor westlicher Aggression sehen, hinterfragen andere den Sinn des Blutvergießens.

Quelle

washingtonpost.com

 

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