Kurzarbeit: Kocher skeptisch gegenüber Liebherrs Plänen

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) äußert Zweifel an den Plänen des Haushaltsgeräteherstellers Liebherr, im Herbst bis zu 960 Mitarbeiter am Standort Lienz in Kurzarbeit zu schicken. Er betont, dass Kurzarbeit nicht dazu dienen soll, konjunkturelle Schwankungen auszugleichen.

Redaktion
Martin Kocher . Sepa Media - Martin Juen

Liebherr plant, kommende Woche die Kurzarbeit beim AMS anzumelden. Kocher führt an, dass solche Schwankungen Teil des „betrieblichen Risikos“ seien, solange sie keine großflächige Störung des regionalen Arbeitsmarktes verursachen. Er stellt infrage, ob es volkswirtschaftlich sinnvoll ist, Fachkräfte bei Unternehmen zu binden, die auf unbestimmte Zeit nicht genügend Aufträge haben.

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Kurzarbeit zurück zum Ursprung

Kocher betont, dass die Kurzarbeit nach der Corona-Pandemie wieder auf ihren ursprünglichen Zweck zurückgeführt werden müsse: Unterstützung gegen externe Schocks. Innerhalb der EU gebe es Diskussionen, da einige Mitgliedsstaaten die Kurzarbeit ausgeweitet haben und somit Wettbewerbsfragen aufwerfen.

Gewerkschaft fordert erweiterte Kurzarbeit

Die Gewerkschaft PRO-GE fordert hingegen, die Kurzarbeit so auszugestalten, dass mehr Betriebe davon profitieren können. Bundesvorsitzender Reinhold Binder sieht in der dreimonatigen Kurzarbeit für Liebherr ein geeignetes Mittel, um die Zeit bis zur erwarteten wirtschaftlichen Entspannung ab 2025 zu überbrücken. Binder argumentiert, dass stabile Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Unternehmen ihre Fachkräfte halten können. PRO-GE-Landesgeschäftsführer Thomas Giner hebt hervor, dass Liebherr als größter Arbeitgeber in Lienz prägend für die Region sei.

Quelle

Tiroles Tageszeitung

vienna.at

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