NGO gegen Ungarn

Wie EU-Gelder politische Kommunikation souveräner Staaten kontrollieren sollen.

Viktor Orban - Runway FoB AI
Redaktion

In drei Sätzen: Eine in Berlin ansässige NGO klagt gegen die Plattform X, um Zugriff auf Kommunikationsdaten im Umfeld ungarischer Wahlen zu erzwingen. Finanziert wird diese Organisation überwiegend aus deutschen und europäischen Steuermitteln. Offiziell geht es um Demokratieaufsicht, tatsächlich um die Kontrolle politischer Narrative.

Der Auslöser: Am 7. Februar 2026 wurde bekannt, dass die NGO Democracy Reporting International eine Klage gegen X eingebracht hat, um Daten zur ungarischen Wahlkommunikation zu erhalten. Begründet wird der Schritt mit dem Digital Services Act der Europäischen Union. Ziel sei eine sogenannte Risikobewertung demokratischer Prozesse.

Wer sagt was: Democracy Reporting International erklärt, man wolle demokratische Abläufe schützen und Desinformation analysieren. Kritiker halten dagegen, dass fast drei Viertel des NGO Budgets aus öffentlichen Mitteln Deutschlands und der EU stammen. Viktor Orbán, Ministerpräsident von Ungarn (Fidesz), gilt in Brüssel seit Jahren als politischer Störfaktor.

Das Sittenbild: Die Klage ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Machtkampfes zwischen Brüssel und Budapest. Ungarische Wahlergebnisse werden nicht als Ausdruck des Volkswillens akzeptiert, sondern als Abweichung vom EU Mainstream interpretiert.

Zwischen den Zeilen:

  • Der Digital Services Act wird als juristischer Hebel genutzt, um Zugriff auf politische Kommunikation zu erhalten.
  • Unter dem Begriff Risikobewertung sollen Narrative klassifiziert und Einflussnahmen identifiziert werden.
  • Die Definition von Desinformation bleibt dabei politisch dehnbar.

Follow the money: Rund drei Viertel des Budgets von Democracy Reporting International stammen aus öffentlichen Mitteln Deutschlands und der EU.

Was bleibt über: Eine formal unabhängige NGO agiert mit Steuergeld als politisches Werkzeug. Verantwortung wird ausgelagert. Einfluss bleibt.

Go Deeper: Die EU-Kommission hat über ein Jahrzehnt hinweg eine Infrastruktur zur globalen Narrativkontrolle errichtet. Was als „freiwillige“ Bekämpfung von Hassrede begann, gipfelte im Digital Services Act (DSA).

Warum das wichtig ist: Demokratische Kontrolle wird nicht mehr durch Wähler ausgeübt, sondern durch datenbasierte Überwachung politischer Kommunikation. Wenn öffentliche Gelder genutzt werden, um politische Prozesse anderer EU-Mitgliedstaaten zu bewerten, entsteht ein Demokratiedefizit auf supranationaler Ebene.

Quellen:

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