In drei Sätzen: Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter bestätigte, dass zwischen Teheran und den USA weiterhin massive Meinungsverschiedenheiten über das Ausmaß von Sanktionserleichterungen bestehen. Trotz wachsender Angst vor einer militärischen Konfrontation im Nahen Osten sind für Anfang März neue Verhandlungsrunden geplant, um das jahrzehntelange Zerwürfnis über das iranische Atomprogramm beizulegen. Die Islamische Republik fordert die Anerkennung ihres Rechts auf Urananreicherung im Austausch für nukleare Flexibilität, während die USA gleichzeitig ihre militärische Präsenz in der Region verstärken.
Der Auslöser: Nach den jüngsten Verhandlungsrunden in diesem Monat zeigt sich, dass die US-Vorstellungen zum Zeitplan der Sanktionslösungen nicht mit den iranischen Forderungen nach einem „logischen Fahrplan“ übereinstimmen.
Wer sagt was: Ein iranischer Beamter betonte die Notwendigkeit einer Einigung: „Die letzte Verhandlungsrunde hat gezeigt, dass die US-Ideen bezüglich des Umfangs und des Mechanismus der Sanktionserleichterungen von den Forderungen Irans abweichen“.
Das Sittenbild: Die Situation ist von tiefem Misstrauen geprägt, da Washington die Urananreicherung im Iran als direkten Weg zu Kernwaffen betrachtet, was Teheran vehement bestreitet. Zudem verschärfen Drohungen mit Militärschlägen und Angriffen auf US-Stützpunkte die diplomatische Ausgangslage massiv.
Zwischen den Zeilen:
- Teheran lehnt die US-Forderung nach einer „Null-Anreicherung“ strikt ab, zeigt sich aber bei der Handhabung seiner Bestände flexibel.
- Ein Vorschlag sieht vor, Teile des hochangereicherten Urans zu exportieren oder zu verdünnen.
- Die Gründung eines regionalen Anreicherungskonsortiums wird als mögliche Kompromisslösung diskutiert.
- Die UN-Atombehörde schätzte die iranischen Vorräte zuletzt auf über 440 kg Uran mit bis zu 60 % Reinheit.
Follow the money: Im Rahmen der Verhandlungen wurden den USA „ernsthafte Investitionsmöglichkeiten und greifbare wirtschaftliche Interessen“ in der iranischen Ölindustrie angeboten. US-Unternehmen könnten als Auftragnehmer in Öl- und Gasfeldern fungieren, wobei Teheran betont, die Kontrolle über seine Bodenschätze nicht abzugeben.
Die andere Sicht: US-Präsident Donald Trump hält sich die militärische Option offen und erklärte kürzlich, begrenzte Luftschläge gegen den Iran in Betracht zu ziehen.
Warum das wichtig ist: Das Ringen um einen „logischen Fahrplan“ beim Sanktionsabbau entscheidet darüber, ob eine diplomatische Lösung oder ein kriegerischer Konflikt im Nahen Osten folgt. Sollte ein Interimsabkommen scheitern, droht die Situation durch die militärische Aufrüstung beider Seiten.
Quellen: reuters.com
