Sechs Tage trocken

Salzburgs Landeshauptfrau verkauft sechs Tage Nüchternheit als politische Leistung.

Redaktion
Caroline Edtstadtler - herablasender Blicker- Sepa Media - Jürgen Juen

Wer glaubt, Politik sei ein ernsthaftes Geschäft für Erwachsene, wird in Österreich täglich eines Besseren belehrt. Wir erleben eine Ära, in der politischen Akteuren nichts mehr zu blöd ist, um Aufmerksamkeit zu generieren. Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) stilisiert sechs Tage Alkoholverzicht zur nationalen Heldentat.

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Der Auslöser: In einem Instagram-Video stapft Edtstadler durch den Schnee und verkündet die frohe Botschaft: Seit dem 5. Januar, also seit sagenhaften sechs Tagen, trinkt sie keinen Alkohol. Mit Sonnenbrille und Winterjacke inszeniert sie ihre Teilnahme am „Dry January“.

Was sie sagen: Die Landeshauptfrau betont, der Verzicht falle ihr leicht und sie schlafe besser. Doch dann folgt der Satz, der tief blicken lässt: „Man muss sich ständig erklären, dass man nichts trinkt.“ Sie sieht hier ein gesellschaftliches Problem, wo andere nur den Kopf schütteln.

Das Sittenbild: Wer sich für sechs Tage ohne Wein rechtfertigen muss, verkehrt offensichtlich in Kreisen, in denen Nüchternheit als Anomalie gilt. Für den normalen Bürger reicht ein einfaches „Nein danke“.

Zwischen den Zeilen: Die Reaktionen auf diese skurrile Inszenierung lassen nicht lange auf sich warten:

  • Es wirkt, als ob die ÖVP verzweifelt versucht, Disziplin zu simulieren, während sie an der einfachsten Kommunikation scheitert.
  • Die politische Fallhöhe ist enorm: Von der Staatsfrau zur Lifestyle-Influencerin in unter einer Woche.

Was bleibt über: Eine Landeshauptfrau, die uns erklärt, wie schwer das Leben ohne Promille ist. Es bleibt die Erkenntnis, dass wir für dieses Theater bezahlen.

Warum das wichtig ist: Wenn Politiker beginnen, Banalitäten des Privatlebens als Leistung zu verkaufen, lenken sie gezielt von ihrer eigentlichen Arbeit ab. Während das Land mit echten Krisen kämpft, feiern Spitzenpolitiker ihre kurzzeitige Nüchternheit im Internet wie einen Nobelpreis. Diese Infantilisierung der Politik ist gefährlich, weil sie die Grenze zwischen Staatsamt und Kasperletheater endgültig verwischt.

Teilt das, wenn ihr auch ohne Applaus nüchtern bleiben könnt!

Quellen:

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