Vier Wochen vor der Nationalratswahl: Wer wird Kanzler?

In vier Wochen ist es soweit: Die Nationalratswahl steht an, und der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Rund 6,35 Millionen Wahlberechtigte entscheiden, welche Parteien künftig im Nationalrat sitzen werden. Besonders herausfordernd gestaltet sich die Situation für die SPÖ, die mit schlechten Umfragewerten kämpft. Gleichzeitig bleibt offen, welche Regierungskoalition nach dem 29. September gebildet werden kann.

Sujetbild Bundeskanzleramt - Sepa Media - Martin Juen
Redaktion

Die Sozialdemokraten stehen unter massivem Druck. Laut einer aktuellen Lazarsfeld-Umfrage liegt die SPÖ mit nur 20 Prozent weit hinter ihren Erwartungen zurück. Dies ist das historisch schlechteste Ergebnis nur wenige Wochen vor der Wahl. 

SPÖ in der Krise

Parteichef Andreas Babler kämpft nicht nur mit schwachen Umfragewerten, sondern auch mit internen Spannungen. Parteiinterne Debatten über das Wahlprogramm haben den Wahlkampf der SPÖ ins Straucheln gebracht und die begrenzte Unterstützung für Babler innerhalb der Partei offengelegt. Babler sparte nicht mit Kritik an internen Gegnern, die er als „Bremser“ bezeichnete. 

FPÖ-ÖVP Koalition oder ÖVP-SPÖ-NEOS?

Laut aktuellen Umfragen könnte sich als einzige Zweier-Koalition eine FPÖ-ÖVP Regierung ausgehen. Trotz inhaltlicher Überschneidungen hat die ÖVP eine Zusammenarbeit mit FPÖ-Chef Herbert Kickl bisher ausgeschlossen. Die Freiheitlichen, die seit Monaten in Umfragen führend sind, dürften sich jedoch kaum von ihrem Spitzenkandidaten trennen. Eine Wiederauflage der Großen Koalition, gemeint ÖVP-SPÖ, mit einem dritten Partner wie NEOS, scheint am realistischsten, sollte es keine klare Mehrheit geben.

Zwei Kleinparteien mit Chancen

Die zahlreichen Kleinparteien könnten die Regierungsbildung zusätzlich erschweren. Neben den bundesweit kandidierenden Kleinparteien wie der Bierpartei und der KPÖ, die realistische Züge haben auf einen EInzug in den NAtionalratswahl. Regionale Listen wie die MFG oder die Liste Gaza werden die die Vierprozent-Hürde nicht schaffen.

Intensiver Wahlkampfstart von ÖVP und FPÖ

Während SPÖ, Grüne und NEOS ihren Wahlkampf bereits offiziell gestartet haben, beginnen die ÖVP und die FPÖ am kommenden Samstag mit ihren intensiven Wahlkampfaktivitäten. Die Volkspartei präsentiert ihr Programm in der Steffl Arena in Wien, während die Freiheitlichen in der Grazer Messe auf Stimmenfang gehen.

Fazit und Ausblick

Ab kommender Woche wird der Wahlkampf auch in den Medien zunehmend konfrontativ. Mit den TV-Duellen und Elefantenrunden beginnen die Spitzenkandidaten, sich im direkten Vergleich zu messen.

Der Ausgang der Wahl bleibt spannend und ungewiss. Vor allem die SPÖ steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe, während sich die Regierungsbildung angesichts der vielfältigen politischen Kräfte als schwierig erweisen könnte.

Quellen

vienna.at

oe24.at

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