In drei Sätzen: Der Protest ehemaliger ORF-Journalisten gegen das Auslaufen des Vertrags von Karim El-Gawhary entpuppt sich als durchsichtiger Versuch, einseitige Nahost-Berichterstattung zu zementieren. Statt Objektivität einzufordern, unterstützen die Unterzeichner eine Beschwerde, die dem ORF vorwirft, zu israel-freundlich zu berichten. Am Ende steht wieder einmal der Steuerzahler vor der Wahl: mehr ideologische Filterblasen finanzieren oder endlich Ausgewogenheit einfordern.
Der Auslöser: Ehemalige ORF-Mitarbeiter wie Renata Schmidtkunz und andere fordern per Aussendung die Vertragsverlängerung für Karim El-Gawhary und unterstützen die Beschwerde von Standing Together Vienna gegen angeblich „pro-israelische“ ORF-Berichterstattung. Der Vertrag des Kairo-Korrespondenten läuft im Juni 2026 aus, das Büro soll geschlossen werden.
Wer sagt was:
- „Wir verwahren uns gegen die einseitige, offensichtlich pro-israelische ORF-Berichterstattung über den Nahen Osten“, heißt es in der Aussendung.
- Martin Adel, Udo Bachmair, Renata Schmidtkunz und Co. kontrastieren das mit der Realität: Der ORF wird seit dem 7. Oktober 2023 massiv dafür kritisiert, zu einseitig palästinensisch-arabische Perspektiven und Leidensdarstellungen zu betonen, oft ohne ausreichenden Kontext zu Hamas-Terror oder israelischen Sicherheitsinteressen.
Das Sittenbild: Während Bürger für objektive Berichterstattung mit Gebühren zahlen, versuchen Ex-Journalisten und Aktivisten-Gruppen, den öffentlich-rechtlichen Auftrag in eine anti-israelische Richtung zu drücken. Die Doppelmoral: Man fordert Unabhängigkeit, betreibt aber selbst Kampagnen, die jede abweichende Nuance als „pro-israelisch“ diffamieren.
Zwischen den Zeilen:
- Der Protest ignoriert, dass El-Gawharys Vertrag nicht wegen politischen Drucks, sondern im Rahmen eines Generationenwechsels und Sparmaßnahmen ausläuft. Der ORF plant eine Neuausrichtung der Nahost-Berichterstattung.
- Das Treffen von Roland Weißmann mit Israels Präsident Herzog und KAN-Chef Yochpaz Anfang November diente offiziell Eurovision-Themen – eine kausale Verbindung zur Personalie bleibt reine Spekulation.
- Standing Together Vienna wirft dem ORF „Relativierung von Kriegsverbrechen“ Israels vor, während Kritiker aus dem anderen Lager genau das Gegenteil monieren: zu wenig Relativierung von Hamas-Verbrechen und zu viel Fokus auf Gaza-Leid.
Warum das wichtig ist: Wenn Ex-Journalisten und Aktivisten den ORF in eine ideologische Ecke drängen wollen, untergraben sie genau jene Unabhängigkeit, die sie vorgeblich schützen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat weder pro- noch anti-israelisch zu sein – sondern faktenbasiert und multiperspektivisch. Alles andere ist Agitation auf Kosten der Gebührenzahler.
Quellen:

