Beraterflut unter Meinl-Reisinger

Pinke Transparenz mutiert im Außenministerium zum kostspieligen Beraterlabyrinth.

Beate Meinl-Reisinger - SEPA.Media - Isabelle Ouvrard - Runway FoB AI

In drei Sätzen: Unter der Leitung von Beate Meinl-Reisinger hat sich das Außenministerium im Jahr 2025 zu einer lukrativen Anlaufstelle für externe Beratungsunternehmen entwickelt. Trotz des NEOS-Versprechens nach mehr Transparenz fungieren private Konsulenten nun als zentrale Schaltstellen für strategische und digitale Kernaufgaben des Ressorts. Allein die Installation eines Sonderberaters für Strategie mit monatlich 11.920 Euro (bzw. 143.040 Euro jährlich) spricht für sich.

Der Auslöser: Mit dem Amtsantritt der pinken Parteichefin im Jahr 2025 wurde eine neue Ära der externen Beauftragung eingeleitet, entgegen einer NEOS-Sparrhetorik. Besonders pikant ist die Diskrepanz zwischen dem proklamierten neuen Stil und der harten Faktenlage der Quartalsberichte.

Wer sagt was: Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hält fest:

  • Es kann „vorkommen, dass es mangels vorhandener Eigenexpertise notwendig ist, externe Experten heranzuziehen.“
  • „Es ist zweckmäßig, Themen aus dem Blickwinkel von Außenstehenden oder Betroffenen zu beleuchten.“
  • Die Auswahl erfolgte „unter Berücksichtigung der fachlichen Qualifikation sowie der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.“

Das Sittenbild: Entweder das Ressort ist personell unfähig, seine Kernaufgaben zu erfüllen, oder das Misstrauen der politischen Führung sitzt sehr tief. Während Wasser predigend Sparsamkeit gefordert wird, gönnt sich das Ressort den Wein teurer Konsulenten.

Zwischen den Zeilen:

  • Im Mai erhielt Roman Pable einen Sonderberatervertrag mit 11.920 Euro monatlich, dieser ging aber nur bis Dezember. Anfang 2026 stieg er zum Kabinettchef auf und löste Arad Benkö ab.
  • Softcom für „Senior Projektmanagement im IKT-Bereich“ bis Ende 2025 ein Volumen von 96.033,60 Euro.
  • Deloitte erhielt 74.970 Euro für die Implementierung eines Information Security Management Systems (ISMS).

Follow the money:

  • On Top kommt das „Bürgerforum“ zur „Sicherheitsstrategie“ hinzu. Ein Budget von 400.000 Euro, davon entfielen 140.000 Euro auf die Universität Wien als Kooperationspartner und 90.000 Euro auf die EWC Edelweiss Consulting GmbH für Moderationsdienstleistungen.
  • In der Medientransparenzdatenbank (RTR) manifestiert sich das wahre Ausmaß unter Meinl-Reisinger: Alleine im ersten Halbjahr 2025 verballerte das BMEIA 273.491,32 Euro für PR und Werbeausgaben.
  • Darüber hinaus nahmen 2025 insgesamt 47 Medienvertreter an 10 Pressereisen teil, mit Gesamtkosten von 48.883,17 Euro. Die größte Delegation war New York mit 15 Teilnehmern. Im Schnitt kostete ein Journalist pro Fahrt und Kopf ca. 1.040 Euro.

Die andere Sicht: In den parlamentarischen Beantwortungen stellt die Ministerin die Ausgaben als unumgängliche Investitionen in die Modernisierung dar. Die Außenministerin rechtfertigt die externen Vergaben damit, dass es „mangels vorhandener Eigenexpertise notwendig ist, externe Experten heranzuziehen“.

Need to know: Ministerin mastet Medien und Sadomaso-Botschafter im Außenministerium.

Warum das wichtig ist: Wenn eine Partei mit Transparenzversprechen antritt und im ersten Jahr hunderttausende Euro für Berater verpulvert, ist das politische Doppelmoral in Reinform. Diese systematische Auslagerung staatlicher Expertise zementiert eine kostspielige Abhängigkeit auf Kosten der Steuerzahler. Die strukturelle Anfütterung von Journalisten macht ebenfalls keinen schlanken Fuss. Der „neue Stil“ unter Meinl-Reisinger ist vor allem eines – teuer für den Bürger.

Quellen:

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