Medien als Lautsprecher

"Diese Form der Medienpolitik erinnert eher an die DDR."

Bundesregierung - Michael Indra - Sepa Media - Runway FoB AI
Redaktion
2 Min Read

In drei Sätzen: Anlässlich des ersten Jahrestags der amtierenden Ampel-Koalition in Wien kritisiert FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker am Donnerstag die geplante Informationspolitik der Regierung scharf. Statt einer öffentlichen Pressekonferenz findet heute Nachmittag ein exklusives Hintergrundgespräch mit ausgewählten Medienvertretern statt, für dessen Inhalte eine strikte Sperrfrist bis Freitag gilt. Die Opposition sieht darin einen Akt gezielter Message Control und einen Rückzug der Regierungsspitzen aus dem direkten öffentlichen Diskurs.

Der Auslöser: Der aktuelle Anlass ist das einjährige Bestehen der österreichischen Ampel-Regierung, die statt einer offenen Medienrunde ein geschlossenes Gespräch für Journalisten organisiert hat. Dies wertet die FPÖ als Anzeichen für interne Konflikte und mangelnde Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.

Wer sagt was: FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker kritisiert das Format deutlich: „In der Ampel müssen ordentlich die Fetzen fliegen“. Er bezeichnet das Vorgehen als „Geheimniskrämerei“ und zieht drastische Vergleiche: „Diese Form der Medienpolitik erinnert eher an die DDR oder an Nordkorea“. Zudem wirft er den Medienvertretern vor, sich als „Regierungslautsprecher“ missbrauchen zu lassen.

Das Sittenbild: Während die ÖVP vor Parteimitgliedern auftritt, werden der SPÖ interne Kämpfe und den NEOS Orientierungslosigkeit unterstellt.

Zwischen den Zeilen

  • Informationen aus dem Hintergrundgespräch dürfen erst nach einer festgesetzten Sperrfrist am Freitag publiziert werden.
  • Die FPÖ vermutet, dass die Regierungschefs eine gemeinsame Konferenz scheuen, um öffentliche Beschimpfungen zu vermeiden.
  • Kritik wird auch am ORF laut, dem eine einseitige Berichterstattung in einer geplanten Sondersendung vorgeworfen wird.

Follow the money: Die wirtschaftliche Größenordnung der aktuellen Regierungspolitik wird indirekt durch die Kritik an der Priorisierung von Auslandshilfe gegenüber nationalen Interessen thematisiert. Konkrete Euro-Beträge für das Jubiläum oder das Medienereignis werden im vorliegenden Quellmaterial nicht explizit beziffert.

Die andere Sicht: Die beteiligten Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS setzen auf kontrollierte Kommunikation durch die „Message-Control-Abteilung“. Aus Sicht der Koalition dient das Hintergrundgespräch dazu, Journalisten Informationen gesichert zu diktieren und die Veröffentlichung zeitlich zu koordinieren.

Warum das wichtig ist: Die Wahl des Kommunikationsformats am ersten Jahrestag signalisiert den Zustand der Koalition: Defensive statt Transparenz. Wenn Hintergrundgespräche die Pressekonferenz ersetzen, schwindet die Chance auf kritische Nachfragen in Echtzeit, was die Qualität der politischen Berichterstattung massiv beeinflusst.

Quellen: ots.at

Share This Article
Keine Kommentare