In drei Sätzen: Am Samstag brüskierte US-Präsident Donald Trump den britischen Premierminister Keir Starmer öffentlich über Truth Social wegen dessen zögerlicher Haltung im Iran-Konflikt. Während das britische Verteidigungsministerium die Vorbereitung des Flugzeugträgers Prince of Wales für einen Einsatz im Nahen Osten prüft, erklärte Trump die Hilfe für überflüssig. Die USA beanspruchen den militärischen Sieg bereits für sich und lassen das Vereinigte Königreich als einstigen Top-Verbündeten diplomatisch im Regen stehen.
Der Auslöser: Nachdem London den USA zunächst die Nutzung britischer Stützpunkte für Angriffe auf den Iran verweigerte, reagiert Donald Trump nun mit einer scharfen Absage an die militärische Unterstützung durch zwei britische Flugzeugträger.
Wer sagt was: Donald Trump ließ über seine Plattform verlauten: „Das ist okay, Premierminister Starmer, wir brauchen sie nicht mehr – aber wir werden uns erinnern.“ Er legte nach, dass man niemanden brauche, „der Kriegen beitritt, nachdem wir bereits gewonnen haben!“
Das Sittenbild: Die „Special Relationship“ zwischen Washington und London ist auf einem historischen Tiefpunkt angelangt, da Trump persönliche Kränkungen über geopolitische Kooperation stellt. Die strategische Autonomie der Briten führt zur Isolation innerhalb der Allianz.
Zwischen den Zeilen:
- London blockierte ursprünglich US-Stützpunkte für initiale Angriffe gegen iranische Ziele.
- Erst später erlaubte Starmer die Nutzung für rein „defensive Schläge“ gegen Raketendepots.
- Frühere Konflikte um Grönland und Afghanistan-Aussagen belasten das Verhältnis der Regierungschefs zusätzlich.
Follow the money: Die Bereitstellung und Mobilisierung von zwei Flugzeugträgern wie der HMS Prince of Wales stellt eine massive finanzielle und logistische Belastung für das britische Verteidigungsbudget dar, die nun politisch ins Leere zu laufen droht.
Die andere Sicht: Die britische Regierung betont die Notwendigkeit völkerrechtlicher Absicherung und lässt sich nicht zu überhasteten Offensivschlägen drängen. Mit anderen Worten: Keir Starmer verteidigt indes seine Linie, da er sicherstellen müsse, dass Militäraktionen „legal und gut geplant“ seien.
Warum das wichtig ist: Wenn der wichtigste Verbündete der USA zur persona non grata erklärt wird, zeigt das die neue Unberechenbarkeit einer Weltordnung. Am Ende gewinnt Trump den Krieg lieber allein, als den Briten die Chance zu geben, beim Aufräumen wenigstens so zu tun, als hätten sie geholfen.
Quellen: reuters.com
