In drei Sätzen: Zu teuer, zu politisch und zu queer sei das von der Regenbogen-Community gekaperte Song-Event, dessen Finale am 16. Mai in der Wiener Stadthalle stattfindet. Das meinen die Österreicher, die in einer aktuellen Umfrage um ihre Meinung zum kommenden Song Contest gebeten worden sind. Und: Nur eine Minderheit von 28 Prozent will Israel von der Show ausschließen.
Der Auslöser: Im Auftrag von „Der Standard“ hat das Institut Market 800 Personen repräsentativ für die wahlberechtigte österreichische Bevölkerung zum Thema Eurovision Song Contest befragt (Online-Befragung, ergänzt durch CAPI-Samplepoints; Erhebungszeitraum: 20. bis 24. März 2026).
Zwischen den Zeilen: In der Umfrage wird positiv bewertet, dass der allein von der Stadt Wien mit 22,6 Millionen Euro subventionierte Song Contest die österreichische Wirtschaft beleben könnte.
- Die Mehrheit der Österreicher ist von der zu intensiven Berichterstattung bereits genervt (56 Prozent).
- Dass der Song Contest zu queer sei, sagen 44 Prozent, 34 Prozent sehen das anders.
- 64 Prozent der Österreicher wollen den ESC nicht mitverfolgen.
- 53 Prozent meinen, dass der Song Contest zu politisch sei.
- 52 Prozent sagen, dass dieses Event für Österreich zu teuer ist.
Das Sittenbild:
- Dass eine Mehrheit von 52 Prozent der Österreicher die Abhaltung des schrillen Sing-Spektakels für zu teuer hält, ist nachvollziehbar:
- Laut ECO-Austria-Studie (August 2025) kostet der ESC in Wien mehr als 38 Millionen Euro, die Wiener Steuerzahler übernehmen davon 22,6 Millionen Euro, für den skandalgeschüttelten ORF entstehen weitere 16 Millionen Euro an Nettokosten.
- Während die ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung die Österreicher ständig zum Sparen mahnt, neue Steuern sowie ein 2-Milliarden-Sparpaket ankündigt, und dazu die Lebenskosten dramatisch ansteigen und die Treibstoffpreise extrem hoch bleiben, gönnen sich Wien und der ORF ein LGBTQ-Singspektakel.
Das große Ganze: Sogar die Umfrage eines linkslastigen Mediums wie dem Standard zeigt, dass die Mehrheit den ESC als zu teuer ablehnt. Und trotz der schon seit Tagen laufenden Dauerbewerbung in den ORF-Sendern wollen nur 22 Prozent der Befragten die queere Veranstaltung mitverfolgen. Und: Nur 34 Prozent freuen sich, dass der Song Contest in Österreich stattfindet, 43 Prozent sehen das anders.
Warum das wichtig ist: Die Umfrage zeigt eine tiefe Kluft zwischen der offiziellen Kulturpolitik und dem öffentlichen Empfinden der Befragten. Dass eine Mehrheit das Event trotz massiver medialer Präsenz als belastend oder überteuert wahrnimmt, belegt eine grundlegende Skepsis. Der Eurovision Song Contest ist damit längst kein reines Musikereignis mehr, sondern ein echtes Politikum.
Quelle: Standard.at



