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Cancel bei Festwochen

Festwochen opfern Debatte mit Thiel um Programm zu retten.

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In drei Zeilen: Die Wiener Festwochen haben die geplante Debatte mit Peter Thiel am 7. Juni abgesagt. Intendant Milo Rau und Geschäftsführerin Artemis Vakianis entschieden dies am 30. Mai nach wachsendem Protest. Thiel hatte bereits zugesagt, Rau fand das Thema „extrem spannend“ – bis der Druck zu groß wurde.

Auslöser: Eine öffentliche Vorabdebatte im Odeon-Theater am 29. Mai plus zahlreiche Absagen von Künstlern, darunter der französische Philosoph Geoffroy de Lagasnerie. Kritiker warfen Thiel vor, ein „faschistoider Machtdespot“ zu sein. Die Festwochen sahen dadurch ihr Gesamtprogramm gefährdet.

Wer sagt was:

  • Der geschäftsführende Intendant Milo Rau in einer schriftlichen Stellungnahme: „Aus meiner Verantwortung für das Gesamtprogramm musste ich mich leider gegen die geplante Veranstaltung mit Peter Thiel entscheiden, obwohl ich diese extrem spannend und im Rahmen der REPUBLIC OF GODS thematisch konsequent gefunden hätte.
  • „Nachdem ich erfahren habe, dass auch Peter Thiel eingeladen wurde, habe ich beschlossen, meine Teilnahme abzusagen“, schrieb de Lagasnerie auf Instagram.

Über Thiel:

  • Thiel hat einen Abschluss in Philosophie. Der Stanford-Absolvent gründete währenddessen die konservativ-libertäre Zeitung „The Stanford Review
  • Weniger bekannt: Als Executive Producer war er maßgeblich am Kultfilm „Thank You for Smoking“ (2005) beteiligt.

Sittenbild: Rau, der sonst Provokation zelebriert und „Gespräch mit Faschisten“ sucht, solange es medial nützt, knickt ein, sobald echte Gegenwehr aus den eigenen Reihen kommt. Hinter den Kulissen zählt offenbar nur die Geschlossenheit der Blase.

Warum das wichtig ist: Steuergelder finanzieren ein Festival, das intellektuelle Auseinandersetzung ankündigt, aber bei der ersten echten Herausforderung einknickt. Bürger finanzieren damit letztlich ideologische Filterblasen statt offenen Diskurs.

System gönnt sich: Die Kulturszene gönnt sich die Freiheit, nur mit genehmen Meinungen zu debattieren – auf Kosten der Glaubwürdigkeit eines steuerfinanzierten Großevents.

Das große Ganze: Im Rahmen der „Republic of Gods“ sollte Thiel mit Theologe Wolfgang Palaver über Armageddon, Antichrist und Tech-Macht sprechen. Stattdessen siegt die Angst vor Abweichlern in einem Festival, das sich sonst weltoffen gibt.

Zwischen den Zeilen: Die Absage tarnt sich als Verantwortung fürs Programm. In Wahrheit zeigt sie das dünnhäutige Mindset: Linke Reibung mit Thiel ja – echte Konfrontation nein.

Die andere Sicht: „Ein Beharren stünde im Widerspruch zu meiner Wertschätzung für das künstlerische Programm“, so Rau. FoB-Einordnung: Klassisches Einknicken vor dem eigenen linken Mob, verpackt als edle Haltung. Die linke Szene rechtfertigt die Absage als Erfolg. Sie verhindert „Normalisierung“ eines Trump-nahen Milliardärs, der Demokratie kritisiert.

Go Deeper: Nicht um jeden Preis

Dünnhäutig bis zum Cancel.

Frank sagt:
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