In drei Sätzen: Trotz maximaler Steuerlast hat Österreichs Bundesregierung irgendwie immer das Geld für die rechtzeitige Nachbestellung von Transportmaschinen für die Armee gefehlt: Jetzt können 17.700 Österreicher, die aktuell im Nahen Osten festsitzen, nicht zurückgeholt werden. Die letzte einsatzfähige 59 Jahre alte Hercules C-130 ist defekt. Kanzler und Außenministerin sind unter Druck, es setzt Rücktrittforderungen.
Der Auslöser: Auch 17.700 Österreicher sitzen derzeit in vom Krieg erschütterten Regionen des Nahen Ostens fest. Während sich andere Staaten um koordinierte Evakuierungen bemühen, wirkt die österreichische Bundesregierung auffallend unvorbereitet und sogar handlungsunfähig.
- Besonders brisant: Das Bundesheer kann keine Luftbrücke einrichten, weil keine der letzten beiden Transportmaschinen vom Typ Lockheed C-130 Hercules einsatzbereit ist.
Hintergrund: Die Eskalation im Nahen Osten hat weite Teile des zivilen Flugverkehrs zum Erliegen gebracht:
- Der Luftraum über mehreren Staaten bleibt für Linienmaschinen gesperrt. Für tausende österreichische Staatsbürger bedeutet das: Kein regulärer Heimflug, keine Planungssicherheit.
- Und aus Wien kommen keine Informationen, wie die Bundesregierung den tausenden gestrandeten Menschen helfen möchte. Besonders betroffen sind Reisende in den Vereinigte Arabische Emirate, aber auch in anderen Staaten der Region.
Wer sagt was: Zwar verweist das Außenministerium auf laufende diplomatische Bemühungen und konsularische Unterstützung, doch konkrete Rückholaktionen sind nicht in Sicht. Stattdessen sollen Busse organisiert werden, um Österreicher von Abu Dhabi nach Saudi-Arabien zu bringen. Von dort aus müssten Betroffene ihre Weiterreise selbst organisieren. Ein Vorgehen, das angesichts der angespannten Sicherheitslage als riskant und unkoordiniert kritisiert wird.
Das Sittenbild: Für besonders viel Kritik auf den Social-Media-Plattformen sorgt, dass das österreichische Bundesheer derzeit nicht in der Lage ist, eine eigene Evakuierungsmission durchzuführen:
- Beide Hercules-Maschinen (Baujahr 1967), die seit Jahrzehnten das Rückgrat strategischer Lufttransporte bilden, sind außer Gefecht.
- Eine befindet sich in Portugal in Langzeitwartung, die andere ist aufgrund technischer Probleme, Berichten zufolge mit dem Treibstoffsystem, nicht flugtauglich.
- Ein Termin für die Wiederinbetriebnahme ist nicht absehbar.
Sicherheitspolitik der Alpenrepublik: Bereits nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Jahr 2023 wurde deutlich, wie eingeschränkt die österreichischen Lufttransportkapazitäten sind. Dennoch blieb eine rasche Ersatzbeschaffung oder strukturelle Lösung bislang aus – neue Transportmaschinen werden erst bestellt und kommen frühestens in einigen Jahren.
Zwischen den Zeilen:
- Österreichs Opposition kritisiert nun, dass Investitionen in strategische Mobilität und Krisenreaktionsfähigkeit von der Bundesregierung verschleppt wurden.
- Während andere europäische Staaten ihre Transportflotten modernisierten oder sich multinationalen Lufttransportverbünden anschlossen, verharrte Österreich in einer Übergangslösung.
- Sichtbare Folge: Im Ernstfall bleibt nur die Hoffnung auf diplomatische Improvisation und private Charter-Jets. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sind mit Rücktrittsforderungen konfrontiert.
Big Picture:
- Einerseits wächst der Druck der betroffenen Familien, andererseits wird die strukturelle Schwäche der Landesverteidigung aufgedeckt.
- Dass in einer akuten Krisensituation kein einziges militärisches Transportflugzeug verfügbar ist, ist ein Symbol für die jahrelangen Versäumnisse.
- Österreichs Bundesregierung träumt von einem sechs Milliarden Euro teuren Raketenabwehrprojekt „Skyshield“, aber kann sich keine Transportmaschinen leisten.
- Die Führung des Bundesheeres schiebt die Verantwortung der Regierung zu: Die Politik hätte eben zu spät oder gar nicht auf die oft thematisierte Entwicklung reagiert, jetzt seien die C-130-Maschinen eben zu alt.
Go Deeper: Die Armeeführung selbst hat noch 2020, also erst vor sechs Jahren, Steuermillionen in eine weitere Aufrüstung der „zu alten“ Transportmaschinen gesteckt – es wurde ein Raketentäuschsystem (sogenannte „Flares“) in die C-130 eingebaut, damit Einsätze in Krisenregionen tatsächlich mit etwas weniger Gefährdung durchgeführt werden können. Die Maschinen wurden also auf Evakuierungs-Einsätze vorbereitet, die jetzt aufgrund anderer technischer Probleme nicht stattfinden können.
Warum das wichtig ist: Ob und wann nun eine koordinierte Rückholaktion aus Nahost möglich sein wird, bleibt unklar. Für die 17.700 Österreicher im Krisengebiet ist diese Ungewissheit auch eine existentielle Belastung. Und der Fall zeigt ein Systemversagen auf: Die aktuelle ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung beschäftigt sich mit Orchideen-Themen – ob etwa auf Almhütten Limonade auch aus 1,5-Liter-Flaschen ausgeschenkt werden darf – und verweigert zeitgleich wichtige Investitionen in die Sicherheit. Die neuen Transportmaschinen C-390 sollen übrigens erst im Jahr 2028 in Österreich eintreffen.
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